Budgetierung 2026: So erstellen Sie ein realistisches Budget in 3 Wochen

Der Budgetierungs-Fehler, der Sie Millionen kosten kann

15. Januar 2026. Das Management-Meeting bei einem Maschinenbauer (42 Mio. EUR Umsatz).

Der CFO präsentiert das Budget 2026:
– Umsatzwachstum: 18%
– EBITDA-Marge: 12% (statt 9% in 2025)
– Neue Mitarbeiter: 15
– Investitionen: 2,8 Mio. EUR

Die Geschäftsführung nickt. Budget genehmigt. Meeting beendet.

6 Monate später: Umsatz +4% (nicht 18%). EBITDA-Marge: 6% (nicht 12%). 15 neue Mitarbeiter eingestellt – für Umsatz der nicht kam. Investiert wie geplant – für Kapazität die nicht gebraucht wird.

Ergebnis: 1,9 Mio. EUR Verlust statt 800.000 EUR Gewinn.

Was lief schief?
– Unrealistisches Budget (Wunschdenken statt Realismus)
– Keine Szenarien (nur Best Case)
– Budget wurde nicht getrackt (Plan vs. Ist)
– Keine Anpassung als Abweichungen sichtbar wurden

Ein realistisches Budget hätte das verhindert.


Was Sie in diesem Leitfaden lernen

Dies ist Ihr kompletter Budgetierungs-Guide für 2026 – praxisorientiert und ohne Theorie-Overload.

Was Sie konkret bekommen:

  • Was ist Budgetierung? – Definition, Zweck, Unterschied zu Forecast
  • Warum budgetieren? – Vorteile und wann Sie ein Budget brauchen
  • Der Budgetierungsprozess – Von Planung bis Genehmigung
  • In 3 Wochen zum fertigen Budget – Schritt-für-Schritt-Anleitung
  • Umsatzbudget erstellen – Methoden und Best Practices
  • Kostenbudget aufbauen – Personal, Material, Fixkosten
  • Budget-Konsolidierung – Alles zusammenführen
  • Budget-Controlling – Plan vs. Ist, Abweichungsanalysen
  • Typische Budgetierungs-Fehler – Und wie Sie sie vermeiden
  • Tools und Templates – Excel, Software, Downloads
  • Beyond Budgeting – Die agile Alternative

Für wen ist dieser Guide?
– Geschäftsführer von KMU (5-100 Mio. EUR Umsatz)
– CFOs und Finanzleiter die Budgetierung aufbauen/verbessern wollen
– Controller die Best Practices suchen
– Startups/Scale-ups die “erwachsen werden”

Lesezeit: 15 Minuten
Umsetzungszeit: 3 Wochen bis zum fertigen Budget


Was ist Budgetierung? Definition und Grundlagen

Budgetierung: Die präzise Definition

Budgetierung ist der Prozess der Erstellung eines quantitativen Plans (Budget) für eine definierte Periode (meist ein Jahr), der Umsätze, Kosten und Investitionen plant und als Zielvorgabe sowie Kontrollmaßstab dient.

Ein Budget ist:
– Ein Finanzplan in Zahlen (Umsatz, Kosten, Gewinn)
– Eine Zielvorgabe für das Unternehmen/Bereiche
– Ein Steuerungsinstrument (Plan vs. Ist)
– Ein Ressourcen-Allokations-Tool (Wer bekommt wie viel?)
– Ein Commitment (verbindlich für das Jahr)

Was Budget NICHT ist:
– Kein Forecast (Prognose wird laufend aktualisiert, Budget ist fix)
– Keine Hochrechnung (Budget ist Ziel, nicht Erwartung)
– Kein Wunschkonzert (muss realistisch erreichbar sein)

Die Bestandteile eines Budgets

Ein vollständiges Unternehmensbudget besteht aus:

1. Umsatzbudget (Revenue Budget)
– Geplante Umsätze 2026 (nach Produkten/Kunden/Regionen)
– Meist monatlich detailliert

2. Kostenbudget (Cost Budget)
Personalkosten: Gehälter, Sozialabgaben, Recruiting
Materialkosten: Wareneinsatz, Rohstoffe
Betriebskosten: Miete, IT, Marketing, Reisen, etc.
Abschreibungen: Aus Investitionsplan

3. Investitionsbudget (CAPEX Budget)
– Geplante Investitionen (Maschinen, IT, Immobilien)
– Ersatzbedarf und Wachstumsinvestitionen

4. GuV-Budget (P&L Budget)
– Zusammenführung: Umsatz – Kosten = EBITDA / EBIT / Jahresüberschuss
– Monatlich und Jahressumme

5. Cashflow-Budget (optional)
– Liquiditätswirkung des Budgets
– Working Capital-Veränderungen

6. Bilanz-Budget (optional, für größere Unternehmen)
– Geplante Bilanz zum 31.12.2026

Budget vs. Forecast: Der entscheidende Unterschied

AspektBudgetForecast
ZweckZielvorgabePrognose
Frequenz1x jährlichLaufend (monatlich/quartalsweise)
AnpassungFix für das JahrWird aktualisiert
BasisStrategische ZieleAktuelle Entwicklung
FunktionSteuerung & KontrolleErwartungsmanagement
VerbindlichkeitHoch (Commitment)Mittel (Guidance)
Beispiel“Wir planen 20 Mio. Umsatz”“Wir erwarten aktuell 18 Mio.”

Best Practice: Beides parallel nutzen
– Budget als Ziel und Benchmark
– Forecast als realistische Erwartung (wird aktualisiert)


Warum Budgetierung unverzichtbar ist

Die harten Fakten

Studien zeigen:
– Unternehmen mit strukturiertem Budget haben 31% höhere Profitabilität (McKinsey, 2024)
73% der CFOs sagen, Budget ist ihr wichtigstes Planungstool (Deloitte CFO Survey, 2024)
– Unternehmen ohne Budget haben 2,4x höheres Insolvenzrisiko (Creditreform, 2023)
85% der Banken verlangen Budget für Kreditvergabe (BVR-Studie, 2024)

Was Budgetierung Ihnen gibt

1. Strategische Klarheit
– Wo wollen wir 2026 hin?
– Was sind unsere Ziele (Umsatz, Marge, Gewinn)?
– Wie kommen wir dahin?

2. Ressourcen-Allokation
– Welcher Bereich bekommt wie viel Budget?
– Wo investieren wir?
– Wo sparen wir?

3. Steuerung und Kontrolle
– Plan vs. Ist: Liegen wir auf Kurs?
– Abweichungsanalysen: Warum Abweichung?
– Frühwarnung: Wann gegensteuern?

4. Commitment und Verantwortung
– Bereiche committen sich auf Budgets
– Klare Verantwortlichkeiten
– Messbare Performance

5. Externe Anforderungen
– Banken verlangen Budgets (für Kredite)
– Investoren erwarten Budgets (für Funding)
– Gesellschafter wollen Transparenz

6. Kostenmanagement
– Bewusstsein für Kosten
– Ausgaben werden hinterfragt
– “Use it or lose it”-Vermeidung möglich

Wann brauchen Sie ein Budget?

Budget ist PFLICHT wenn:
– [OK] Ihr Unternehmen > 5 Mio. EUR Umsatz macht
– [OK] Sie Fremdkapital (Bankkredite) haben
– [OK] Sie externes Kapital (VC, PE) aufnehmen wollen
– [OK] Sie mehrere Geschäftsbereiche/Standorte haben
– [OK] Sie > 20 Mitarbeiter haben

Budget ist EMPFOHLEN wenn:
– [OK] Sie wachsen wollen (strukturiert)
– [OK] Sie Ihre Kosten im Griff haben wollen
– [OK] Sie mehrere Gesellschafter haben
– [OK] Sie professionalisieren wollen

Budget ist OPTIONAL wenn:
– Kleinstunternehmen (< 1 Mio. EUR, < 5 MA)
– Stabile, vorhersehbare Geschäfte
– Einzelunternehmer ohne Wachstumsambitionen

Faustregel: Ab 5 Mio. EUR Umsatz sollten Sie ein Budget haben.


Der Budgetierungsprozess: Von der Planung bis zur Genehmigung

Ein strukturierter Budgetierungsprozess läuft typischerweise über 6-12 Wochen.

Timeline: Wann budgetieren?

Typischer Zeitplan für Geschäftsjahr = Kalenderjahr:

September/Oktober:
– Strategische Ziele für 2026 definieren
– Budgetierungs-Prozess planen
– Budget-Richtlinien kommunizieren

November:
– Bereiche erstellen Bottom-Up-Budgets
– Erste Konsolidierung
– Gap-Analyse zu Zielen

Anfang Dezember:
– Verhandlungsrunden (Umsatz zu niedrig? Kosten zu hoch?)
– Anpassungen und Iterationen

Mitte Dezember:
– Finales Budget konsolidiert
– Management-Präsentation

Ende Dezember:
– Geschäftsführung / Board-Approval
– Budget kommuniziert an Organisation

Januar:
– Budget ist aktiv
– Monatliches Budget-Controlling startet

Realität bei KMU: Oft wird im Dezember/Januar budgetiert (zu spät, aber häufig).

Die Budget-Philosophien

Top-Down-Budgetierung:

Wie: Geschäftsführung gibt Ziele vor (“20% Wachstum, 15% EBITDA”)
Bereiche: Müssen sich anpassen

Vorteile:
– Strategiekonformität
– Schnell
– Klare Zielvorgaben

Nachteile:
– Wenig Commitment der Bereiche
– Oft unrealistisch
– “Die da oben haben keine Ahnung”

Bottom-Up-Budgetierung:

Wie: Bereiche planen selbst
Zentral: Aggregiert und konsolidiert

Vorteile:
– Realistisch
– Hohes Commitment
– Bereiche kennen ihr Geschäft

Nachteile:
– Tendenz zum “Polstern” (Sicherheitspuffer)
– Langsam
– Eventuell nicht strategiekonform

Gegenstromverfahren (Best Practice):

Kombination aus Top-Down und Bottom-Up:

  1. Top-Down: Management gibt Rahmen vor (Wachstumsziel, Margenziel)
  2. Bottom-Up: Bereiche planen detailliert innerhalb des Rahmens
  3. Verhandlung: Abstimmungsschleifen zwischen Zentral und Bereichen
  4. Finalisierung: Kompromiss, der ambitioniert aber erreichbar ist

Das funktioniert am besten.

Die Rollen im Budgetierungsprozess

Geschäftsführung / CEO:
– Definiert strategische Ziele
– Gibt Budgetrahmen vor
– Genehmigt finales Budget

CFO / Finanzleitung:
– Koordiniert Budgetierungsprozess
– Konsolidiert Bereichsbudgets
– Führt Gap-Analysen durch
– Bereitet Management-Präsentation vor

Controlling:
– Stellt Templates und Tools bereit
– Unterstützt Bereiche bei Planung
– Prüft Plausibilität
– Erstellt Berichte und Analysen

Bereichsleiter (Vertrieb, Produktion, etc.):
– Erstellen Bereichsbudgets
– Committen sich auf Ziele
– Verantwortlich für Einhaltung

Geschäftsführung / Gesellschafter / Aufsichtsrat:
– Genehmigen finales Budget
– Erwarten Erreichung


In 3 Wochen zum fertigen Budget 2026

Ein pragmatischer Plan für KMU, die schnell ein ordentliches Budget brauchen.

Woche 1: Vorbereitung und Umsatzbudget

Tag 1-2: Vorbereitung und Ist-Analyse

Zu tun:

[ ] Jahresabschluss 2024 und BWAs 2025 bereitlegen
[ ] Umsatz-Ist 2025 analysieren (nach Produkten/Kunden)
[ ] Kosten-Ist 2025 analysieren (nach Kostenarten)
[ ] Margen-Analyse 2025
[ ] Strategische Ziele 2026 mit Geschäftsführung abstimmen

Output: Klares Verständnis “Wo stehen wir?”

Zeitaufwand: 4-6 Stunden

Tag 3-5: Umsatzbudget erstellen

Bottom-Up-Ansatz:

Schritt 1: Bestandskunden analysieren

Kunde A (größter Kunde):
- Umsatz 2025: 2,4 Mio. EUR
- Entwicklung: +8% (neues Projekt)
- Umsatz 2026: 2,6 Mio. EUR
- Monatlich: Q1: 600k, Q2: 650k, Q3: 650k, Q4: 700k

[Alle Top-20-Kunden durchgehen]

Schritt 2: Bestandskunden-Wachstum schätzen

Restliche Bestandskunden: 8,2 Mio. EUR (2025)
Wachstumsannahme: +5% (konservativ)
= 8,6 Mio. EUR (2026)

Schritt 3: Neukunden addieren

Pipeline analysieren:
- Wahrscheinlichkeit × Volumen
- Nur realistische Deals (&gt; 70% Wahrscheinlichkeit)
- Neukunden 2026: 1,8 Mio. EUR

Schritt 4: Konsolidieren

Umsatz 2026 gesamt:
- Bestandskunden Top-20: 15,2 Mio. EUR
- Bestandskunden Rest: 8,6 Mio. EUR
- Neukunden: 1,8 Mio. EUR
= Total: 25,6 Mio. EUR

Wachstum: +12% (vs. 2025: 22,8 Mio. EUR)

Sanity Check:
– Ist 12% Wachstum realistisch?
– Historisch: 2023: +8%, 2024: +11%, 2025: +9%
– Markt wächst 6% -> 12% = über Markt, aber machbar
– Vertriebskapazität ausreichend? Ja, 2 neue Vertriebsmitarbeiter geplant

Zeitaufwand: 8-12 Stunden

Woche 2: Kostenbudget

Tag 6-8: Personalkosten budgetieren

Struktur:

Personalstand 31.12.2025: 48 Mitarbeiter

Personalplanung 2026:
+ Neueinstellungen: 5 (Vertrieb: 2, Produktion: 2, IT: 1)
- Fluktuation (Annahme): -2
= Personalstand 31.12.2026: 51 Mitarbeiter

Durchschnittsgehalt 2025: 58.000 EUR
Gehaltssteigerung 2026: +4% (Inflation + Leistung)
= Durchschnittsgehalt 2026: 60.320 EUR

Personalkosten brutto: 51 × 60.320 = 3.076.320 EUR
Sozialabgaben (20%): 615.264 EUR
Nebenkosten (Recruiting, Weiterbildung): 150.000 EUR
= Total Personalkosten 2026: 3.841.584 EUR

Personalkosten in % vom Umsatz: 15,0% (2025: 15,2%)
-> Leicht gesunken durch Skaleneffekte, plausibel

Zeitaufwand: 4-6 Stunden

Tag 9-11: Material- und Betriebskosten

Materialkosten (variable Kosten):

Materialkosten 2025: 10,2 Mio. EUR (45% vom Umsatz)
Materialkosten 2026: 
- Basisannahme: 45% vom Umsatz = 11,52 Mio. EUR
- Preisanpassung Rohstoffe: +3% erwartet
- Effizienzmaßnahmen: -1%
= Materialkosten 2026: 11,75 Mio. EUR (45,9% vom Umsatz)

Betriebskosten (fixe Kosten):

Kostenart                   2025        2026        Anmerkung
Miete/Pacht              850.000     880.000     Index +3,5%
Energie                  420.000     440.000     +5% Preissteigerung
IT-Kosten                280.000     320.000     Neue Software
Marketing                380.000     450.000     +18% (Wachstum)
Reisekosten              180.000     200.000     Normalisierung
Beratung                 120.000     100.000     Weniger extern
Versicherungen           95.000      98.000      Inflation
Instandhaltung           240.000     260.000     Alterung Anlagen
Sonstige                 380.000     400.000     Diverse
──────────────────────────────────────────────────────────────
Total Betriebskosten   2.945.000   3.148.000     +6,9%

Zeitaufwand: 6-8 Stunden

Tag 12: Budget konsolidieren (GuV-Plan)

BUDGET 2026 - GuV

Umsatz:                                    25.600.000 EUR
- Materialkosten (45,9%):                 -11.750.000 EUR
Rohertrag:                                 13.850.000 EUR (54,1%)

- Personalkosten:                          -3.841.584 EUR
- Betriebskosten:                          -3.148.000 EUR
= EBITDA:                                   6.860.416 EUR (26,8%)

- Abschreibungen:                          -1.200.000 EUR
= EBIT:                                     5.660.416 EUR (22,1%)

- Zinsen:                                    -380.000 EUR
= EBT:                                      5.280.416 EUR

- Steuern (30%):                           -1.584.125 EUR
= Jahresüberschuss:                         3.696.291 EUR (14,4%)

Sanity Checks:
– EBITDA-Marge 26,8% -> historisch 24-27% -> plausibel
– Personalkosten 15,0% -> historisch 15-16% -> plausibel
– Wachstum 12% finanzierbar? -> Ja, ausreichend Cashflow
– EBIT-Marge 22,1% -> ambitioniert aber erreichbar

Zeitaufwand: 3-4 Stunden

Woche 3: Investitionen, Szenarien und Finalisierung

Tag 13-14: Investitionsbudget

CAPEX-Plan 2026:

Ersatzbedarf:
- Maschine Produktion 3 (EOL):             680.000 EUR
- Server-Infrastruktur:                    120.000 EUR
- Firmenwagen (3x):                        135.000 EUR
Subtotal Ersatz:                           935.000 EUR

Wachstumsinvestitionen:
- Zusätzliche Produktionslinie:            850.000 EUR
- ERP-System Upgrade:                      280.000 EUR
- Lager-Erweiterung:                       420.000 EUR
Subtotal Wachstum:                       1.550.000 EUR

CAPEX Total 2026:                        2.485.000 EUR

Finanzierung:
- Operativer Cashflow:                   5.660.000 EUR
- Verfügbar für CAPEX nach Steuern:      4.076.000 EUR
-> CAPEX finanzierbar aus Cashflow

Tag 15-17: Szenarien erstellen

Base Case (Wahrscheinlichkeit 60%):
– Wie geplant
– Umsatz 25,6 Mio., EBITDA 6,86 Mio.

Best Case (Wahrscheinlichkeit 20%):

Umsatz: 27,5 Mio. EUR (+14% statt +12%)
- 2 zusätzliche Neukunden
- Bestandskunden wachsen stärker

EBITDA: 7,8 Mio. EUR (28,4%)
- Bessere Margen durch Volumen

Worst Case (Wahrscheinlichkeit 20%):

Umsatz: 23,5 Mio. EUR (+3% statt +12%)
- Neukunden-Pipeline verzögert sich
- 1 Großkunde reduziert Volumen

EBITDA: 5,2 Mio. EUR (22,1%)
- Fixkostendegression negativ
- Notwendige Maßnahmen: Hiring Freeze, Marketing kürzen

Zeitaufwand: 4-6 Stunden

Tag 18-21: Finalisierung und Präsentation

Management Summary erstellen:

BUDGET 2026 - EXECUTIVE SUMMARY

Strategische Ziele:
-> Umsatzwachstum 12% (Markt: +6%)
-> EBITDA-Marge 26,8% (2025: 24,1%)
-> Marktanteil von 3,2% auf 3,6% steigern

Key Assumptions:
-> Keine Rezession
-> Rohstoffpreise +3%
-> 5 Neueinstellungen erfolgreich
-> 2 Neukunden aus Pipeline gewonnen

Finanzielle Ziele 2026:
-> Umsatz: 25,6 Mio. EUR (+12%)
-> EBITDA: 6,86 Mio. EUR (+32%)
-> EBIT: 5,66 Mio. EUR
-> Jahresüberschuss: 3,70 Mio. EUR

Investitionen:
-> CAPEX: 2,49 Mio. EUR
-> Finanzierbar aus Cashflow

Risiken:
-> Neukunden-Pipeline verzögert sich
-> Großkunde reduziert Volumen
-> Rohstoffpreise steigen stärker

Maßnahmen bei Worst Case:
-> Hiring Freeze
-> Marketing-Budget reduzieren (-30%)
-> Investitionen verschieben

Präsentation vorbereiten (15-20 Slides):
1. Executive Summary
2. Strategische Ziele 2026
3. Umsatzbudget (nach Kunden/Produkten)
4. Kostenbudget (Breakdown)
5. GuV-Budget
6. CAPEX-Plan
7. Szenarien (Base/Best/Worst)
8. Risiken und Mitigation
9. Roadmap 2026
10. Approval

Zeitaufwand: 6-10 Stunden

Nach 3 Wochen haben Sie:
[OK] Vollständiges Budget 2026 (GuV)
[OK] Investitionsplan
[OK] 3 Szenarien
[OK] Management-Präsentation
[OK] Approval-ready

Gesamt-Zeitaufwand: 50-80 Stunden (je nach Unternehmensgröße)


Umsatzbudget erstellen: Die Foundation

Das Umsatzbudget ist die kritischste Komponente – wenn der Umsatz falsch geplant ist, stimmt das ganze Budget nicht.

Die 3 Methoden der Umsatzplanung

Methode 1: Bottom-Up (kundenbasiert)

Vorgehen:
1. Alle Bestandskunden einzeln planen
2. Historische Entwicklung analysieren
3. Wachstum/Schrumpfung pro Kunde schätzen
4. Neukunden aus Pipeline addieren

Vorteile:
– Sehr realistisch
– Detailliert
– Gut für Vertriebssteuerung

Nachteile:
– Zeitaufwendig
– Nur für B2B mit überschaubarer Kundenzahl

Beispiel:

Top-10-Kunden einzeln planen (70% des Umsatzes)
Restliche Kunden pauschal (+5%)
Pipeline: 5 Neukunden à 150k EUR = 750k EUR (70% Wahrscheinlichkeit = 525k EUR)

Methode 2: Top-Down (marktbasiert)

Vorgehen:
1. Marktgröße ermitteln
2. Marktwachstum schätzen
3. Eigenen Marktanteil bestimmen
4. Wachstum vs. Markt definieren

Vorteile:
– Strategisch
– Gut für neue Märkte
– Schnell

Nachteile:
– Weniger detailliert
– Schwer zu operationalisieren

Beispiel:

Markt Deutschland: 850 Mio. EUR
Marktwachstum: +6% p.a.
Unser Marktanteil: 3,0%
-> Umsatz bei konstantem Marktanteil: 27,0 Mio. EUR
Ziel: Marktanteil auf 3,2% steigern
-> Umsatz-Ziel: 28,7 Mio. EUR

Methode 3: Trend-Extrapolation

Vorgehen:
1. Historisches Wachstum analysieren
2. Trend fortschreiben
3. Anpassungen für 2026

Vorteile:
– Einfach
– Schnell
– Gut für stabile Geschäfte

Nachteile:
– Vergangenheit ≠ Zukunft
– Ignoriert Marktveränderungen

Beispiel:

2022: 18,5 Mio. EUR
2023: 20,2 Mio. EUR (+9%)
2024: 22,1 Mio. EUR (+9%)
2025: 23,8 Mio. EUR (+8%)

Trend: Wachstum verlangsamt sich leicht
2026: +7% -> 25,5 Mio. EUR

Best Practice: Alle 3 Methoden nutzen und triangulieren!

Detaillierung des Umsatzbudgets

Nach Produktgruppen:

Produktgruppe A (Standardprodukte):    12,5 Mio. EUR (+8%)
Produktgruppe B (Premiumprodukte):      8,2 Mio. EUR (+15%)
Produktgruppe C (Services):             4,9 Mio. EUR (+18%)
Total:                                 25,6 Mio. EUR

Nach Regionen:

Deutschland:                           18,2 Mio. EUR (71%)
Österreich:                             4,1 Mio. EUR (16%)
Schweiz:                                3,3 Mio. EUR (13%)

Nach Vertriebskanälen:

Direktvertrieb:                        16,4 Mio. EUR (64%)
Partner:                                6,8 Mio. EUR (27%)
E-Commerce:                             2,4 Mio. EUR (9%)

Monatlich:

Berücksichtigung von Saisonalität:
Q1: 5,8 Mio. EUR (23%)
Q2: 6,9 Mio. EUR (27%)
Q3: 5,6 Mio. EUR (22%)  [Sommerloch]
Q4: 7,3 Mio. EUR (28%)  [Jahresendgeschäft]

Umsatzbudget-Plausibilisierung

Fragen zur Plausibilität:

[OK] Ist das Wachstum historisch plausibel?
[OK] Haben wir die Kapazität für den Umsatz?
[OK] Haben wir genug Vertriebskapazität?
[OK] Ist die Neukunden-Pipeline realistisch?
[OK] Wächst der Markt überhaupt so stark?
[OK] Was wenn Kunde X wegfällt?

Konservativ planen:
Lieber 10% planen und 12% erreichen als 15% planen und 8% erreichen.


Kostenbudget aufbauen: Die Realität

Kosten sind einfacher zu planen als Umsätze – aber auch hier lauern Fallen.

Variable vs. Fixe Kosten

Variable Kosten (steigen mit Umsatz):
– Materialkosten / Wareneinsatz
– Provisionen (wenn umsatzabhängig)
– Frachtkosten (wenn umsatzabhängig)

Formel: Variable Kosten = Umsatz × Prozentsatz

Beispiel:

Materialkosten historisch: 45% vom Umsatz
Umsatz 2026: 25,6 Mio. EUR
-> Materialkosten 2026: 11,52 Mio. EUR

Fixe Kosten (unabhängig vom Umsatz):
– Personalkosten (weitgehend fix)
– Mieten
– Versicherungen
– IT-Kosten
– Marketing (Budget-basiert)

Personalkosten-Budget im Detail

Struktur:

PERSONALKOSTEN-BUDGET 2026

Bestand 31.12.2025:                     48 Mitarbeiter

Zugänge 2026:
+ Vertrieb (Q1):                         2 MA
+ Produktion (Q2):                       2 MA
+ IT (Q3):                               1 MA
Subtotal Zugänge:                        5 MA

Abgänge 2026:
- Fluktuation (Annahme 4%):             -2 MA

Bestand 31.12.2026:                     51 Mitarbeiter

Durchschnittsgehalt 2025:            58.000 EUR
Gehaltssteigerung 2026:                  +4%
Durchschnittsgehalt 2026:            60.320 EUR

Bruttogehälter 2026:                 3.076.320 EUR
Sozialabgaben (20%):                   615.264 EUR
Altersversorgung (3%):                  92.290 EUR
Nebenkosten:
- Recruiting (5 MA × 10k):              50.000 EUR
- Weiterbildung (250 pro MA):           12.750 EUR
- Reisekosten intern:                   45.000 EUR
- Sonstiges:                            50.000 EUR

TOTAL PERSONALKOSTEN:                3.941.624 EUR
In % vom Umsatz:                          15,4%

Realitätscheck:
– Gehaltssteigerung 4% = Inflation + Leistung
– Fluktuation 4% = realistisch für Branche
– Nebenkosten nicht vergessen!

Material- und Betriebskosten-Budget

Materialkosten:

Umsatz 2026:                         25.600.000 EUR
Materialquote 2025:                        45,0%
Preissteigerung Rohstoffe 2026:            +3,0%
Effizienzmaßnahmen:                        -1,0%
Materialquote 2026:                        46,4%

Materialkosten 2026:                 11.878.400 EUR

Betriebskosten-Budget:

Fixe Betriebskosten:

Miete/Pacht:                            880.000 EUR  (Vertrag +3,5%)
Energie:                                440.000 EUR  (+5% Preis)
Versicherungen:                          98.000 EUR  (+3% Inflation)
Instandhaltung:                         260.000 EUR  (Aufholbedarf)

Beeinflussbare Kosten:

IT-Kosten:                              320.000 EUR  (Neue Software)
Marketing:                              450.000 EUR  (+18% für Wachstum)
Reisekosten:                            200.000 EUR  (Normalisierung)
Beratung:                               100.000 EUR  (Weniger extern)
Weiterbildung:                           80.000 EUR  (Ziel: 1,5% PK)

Sonstige Kosten:

Kommunikation (Tel, Porto):              45.000 EUR
Büromaterial:                            35.000 EUR
Rechts-/Steuerberatung:                  85.000 EUR
Lizenzgebühren:                          65.000 EUR
Diverse:                                120.000 EUR

Kostendisziplin-Maßnahmen:
– Reisekosten: Online-Meetings präferieren
– Beratung: Mehr inhouse lösen
– IT: Cloud statt On-Premise (Kostenkontrolle)


Budget-Controlling: Plan vs. Ist

Ein Budget ohne Controlling ist wertlos. Monatliches Budget-Controlling ist Pflicht.

Monatliches Budget-Reporting

Standard-Report-Struktur:

BUDGET-REPORT JANUAR 2026

                     Budget Jan   Ist Jan    Abweichung   Kommentar
─────────────────────────────────────────────────────────────────────
Umsatz              2.050.000   1.980.000     -70.000     Projekt X verschoben
Materialkosten       -948.000    -920.000     +28.000     Günstigere Einkaufspreise
Personalkosten       -328.000    -335.000      -7.000     Überstunden Produktion
Betriebskosten       -262.000    -268.000      -6.000     Höhere Energiekosten
EBITDA                512.000     457.000     -55.000     Umsatz-Shortfall
─────────────────────────────────────────────────────────────────────
EBITDA-Marge           25,0%       23,1%       -1,9pp

Abweichungsanalyse:
Umsatz -70k: Projekt X auf Februar verschoben (nachholbar)
Material +28k: Bessere Einkaufskonditionen (strukturell)
Personal -7k: Überstunden wegen Projekt-Rush (einmalig)
Betrieb -6k: Kältewelle -> höhere Heizkosten (einmalig)

Forecast-Anpassung: Umsatz Q1 wahrscheinlich -2%, aber Q2 Aufholeffekt

Abweichungs-Kategorien

Mengenabweichung:
– Geplant: 1.000 Stück verkaufen
– Ist: 950 Stück verkauft
– -> -5% Mengenabweichung

Preisabweichung:
– Geplant: 100 EUR/Stück
– Ist: 98 EUR/Stück
– -> -2% Preisabweichung

Mix-Abweichung:
– Geplant: 60% Produkt A (hohe Marge), 40% Produkt B
– Ist: 50% Produkt A, 50% Produkt B
– -> Schlechterer Mix, niedrigere Gesamtmarge

Forecast-Updates

Quartalsweise: Full-Year-Forecast aktualisieren

Januar-Ist + neue Erwartung:

                Budget 2026    Forecast Feb (neu)    Delta
─────────────────────────────────────────────────────────────
Umsatz         25.600.000         25.200.000        -400.000
EBITDA          6.860.000          6.520.000        -340.000
EBITDA-Marge       26,8%              25,9%            -0,9pp

Maßnahmen bei negativem Forecast:
– Kosten-Freeze (keine nicht-kritischen Ausgaben)
– Hiring-Pause
– Investitionen verschieben
– Intensivierung Vertrieb


Die 10 häufigsten Budgetierungs-Fehler

Fehler 1: Unrealistischer Umsatzplan

Fehler: “Nächstes Jahr wachsen wir 25%!” (historisch: 5-8%)

Problem: Gesamtes Budget basiert auf unrealistischem Umsatz -> komplette Fehlplanung

Lösung:
– Konservativ planen (lieber positiv überraschen)
– Historisches Wachstum analysieren
– Markt-Wachstum beachten
– Bottom-Up-Validierung (ist Vertriebskapazität da?)

Fehler 2: Fixkosten als variabel behandeln

Fehler: “Wenn Umsatz -10%, dann auch Kosten -10%”

Problem: Die meisten Kosten sind fix! Personal kann man nicht einfach reduzieren.

Lösung:
– Klare Trennung: Fix vs. Variabel
– Degressive Fixkostenentwicklung verstehen
– Worst-Case: Wie schnell können wir Fixkosten senken?

Fehler 3: “Copy & Paste vom Vorjahr”

Fehler: Budget 2026 = Budget 2025 × 1,05

Problem: Ignoriert Veränderungen, keine strategische Planung

Lösung:
– Zero-Based-Thinking: Was brauchen wir WIRKLICH?
– Strategische Initiativen einplanen
– Veränderte Marktbedingungen berücksichtigen

Fehler 4: Keine Szenarien

Fehler: Nur ein Plan (Best Case)

Problem: Keine Vorbereitung auf Downside

Lösung:
– Immer Base/Best/Worst Case planen
– “Was wenn” durchspielen
– Contingency Plans haben

Fehler 5: Budgetpolster

Fehler: Bereiche planen mit Sicherheits-Puffer (+10-20%)

Problem: Ressourcen-Verschwendung, unrealistisches Gesamtbudget

Lösung:
– Zero-Based Budgeting
– Kritisches Hinterfragen aller Positionen
– Transparenz über Annahmen

Fehler 6: Budget und vergessen

Fehler: Budget erstellt im Dezember, dann nie wieder angeschaut

Problem: Keine Steuerung, Abweichungen zu spät erkannt

Lösung:
– Monatliches Budget-Controlling (Pflicht!)
– Plan vs. Ist in jeder Management-Sitzung
– Quartalsweise Forecasts

Fehler 7: Keine Integration

Fehler: Budget (GuV) und Liquidität/Cashflow getrennt

Problem: Profitabel geplant, aber keine Liquidität

Lösung:
– Integrierte Planung (GuV + Cashflow + Bilanz)
– Working Capital mitplanen
– Investitionen im Cashflow abbilden

Fehler 8: Zu detailliert

Fehler: Jeder Bleistift wird geplant (200 Kostenstellen)

Problem: Aufwand-Nutzen negativ, niemand durchblickt

Lösung:
– 80/20-Prinzip: Fokus auf Material Items
– Rest pauschalieren
– Detaillierung nur wo nötig

Fehler 9: Top-Down-Diktatur

Fehler: Management gibt unrealistische Ziele vor ohne Input

Problem: Null Commitment der Organisation

Lösung:
– Gegenstromverfahren (Top-Down + Bottom-Up)
– Involvement der Bereiche
– Erreichbare Ziele setzen

Fehler 10: Budget = Wahrheit

Fehler: “Budget sagt 20 Mio., also werden wir 20 Mio. machen”

Problem: Budget ist Ziel, keine Garantie

Lösung:
– Budget als Zielvorgabe verstehen
– Forecast als realistische Erwartung führen
– Flexibel bleiben, anpassen wenn nötig


Tools und Templates für Budgetierung

Excel-Templates

Budget-Template Struktur:

Tab 1: Übersicht
- Dashboard mit Zusammenfassung
- Key Metrics
- Plan vs. Ist YTD

Tab 2: Umsatzbudget
- Nach Produktgruppen/Kunden
- Monatlich

Tab 3: Personalbudget
- Headcount-Plan
- Gehälter und Nebenkosten

Tab 4: Betriebskosten
- Alle Kostenarten
- Monatlich

Tab 5: GuV-Budget
- Konsolidierte GuV
- Monatlich und kumuliert

Tab 6: Szenarien
- Base/Best/Worst Case

Tab 7: Budget-Controlling
- Plan vs. Ist
- Abweichungsanalysen

Excel-Tipps:
– Formeln schützen (nur Input-Felder offen)
– Datengültigkeit nutzen (Dropdown-Listen)
– Bedingte Formatierung (Ampeln für Abweichungen)
– Pivot-Tabellen für Auswertungen

Budgetierungs-Software

Für KMU (5-50 Mio. EUR Umsatz):

Jedox:
– Integrierte Planung (Budget + Forecast)
– Excel-Integration
– Kosten: 15.000-50.000 EUR/Jahr
– Gut für: Mittelstand mit komplexer Struktur

Board:
– All-in-One-Plattform
– BI + Planung
– Kosten: 20.000-60.000 EUR/Jahr
– Gut für: Unternehmen die auch Reporting brauchen

LucaNet:
– DACH-fokussiert
– Konsolidierung + Planung
– Kosten: 15.000-40.000 EUR/Jahr
– Gut für: Mittelstand mit mehreren Gesellschaften

Für Startups/Scale-ups:

Google Sheets:
– Kostenlos
– Kollaborativ
– Gut für: Einfache Budgets, kleine Teams

Causal:
– Modern, intuitive
– Scenario Planning
– Kosten: 50-200 EUR/User/Monat
– Gut für: SaaS-Startups, moderne Finance Teams

Wann lohnt sich Software?

Excel reicht wenn:
– Umsatz < 20 Mio. EUR
– Einfache Struktur (1 Gesellschaft, 1 Standort)
– Kleines Finance-Team

Software lohnt sich wenn:
– Umsatz > 20 Mio. EUR
– Mehrere Gesellschaften/Standorte
– Viele Beteiligte am Budgetierungsprozess
– Komplexe Szenarien und Simulationen
– Integration mit ERP/Accounting gewünscht


Beyond Budgeting: Die agile Alternative

Manche Unternehmen verzichten komplett auf starre Jahresbudgets.

Was ist Beyond Budgeting?

Prinzip:
Statt einem fixem Jahresbudget arbeitet man mit Rolling Forecasts und relativen Zielen.

Statt:
“Vertrieb muss 2026 genau 25,6 Mio. EUR Umsatz machen”

Setzt man:
“Vertrieb soll Marktanteil um 0,5pp steigern” (relativ zum Wettbewerb)

Und:
Forecast wird quartalsweise aktualisiert (immer 12-18 Monate Horizont)

Vorteile von Beyond Budgeting

[OK] Agilität: Schnelle Anpassung an Marktveränderungen
[OK] Kein Budgettheater: Weniger Gaming, weniger Polstern
[OK] Fokus auf Zukunft: Nicht “Warum Abweichung?” sondern “Was kommt?”
[OK] Bessere Entscheidungen: Nicht “Budget aufbrauchen” sondern “Was macht Sinn?”
[OK] Weniger Aufwand: Kein jährlicher Budgetierungs-Marathon

Nachteile von Beyond Budgeting

[OK] Weniger Kontrolle: Kein fixer Benchmark
[OK] Gewöhnungsbedürftig: Organisation muss umdenken
[OK] Externe Anforderungen: Banken/Investoren wollen oft Budget
[OK] Ressourcen-Allokation schwieriger: Wer bekommt wie viel?

Für wen passt Beyond Budgeting?

Gut für:
– Schnelllebige Branchen (Tech, E-Commerce)
– Agile Organisationen
– Unternehmen mit hoher Unsicherheit
– Reife, vertrauensbasierte Kulturen

Nicht für:
– Regulierte Industrien
– Traditionelle Mittelständler
– Unternehmen mit Bankkrediten (Bank will Budget)
– Organisationen ohne Controlling-Reife

Kompromiss: Budget + Rolling Forecast parallel führen
– Budget als grober Rahmen und für Bank
– Rolling Forecast für Steuerung


Häufig gestellte Fragen zur Budgetierung (FAQ)

Was ist Budgetierung?

Budgetierung ist der Prozess der Erstellung eines quantitativen Finanzplans (Budget) für eine definierte Periode, meist ein Jahr. Ein Budget plant Umsätze, Kosten und Investitionen und dient als Zielvorgabe sowie Steuerungsinstrument. Es wird typischerweise monatlich detailliert und im Plan-Ist-Vergleich kontrolliert.

Wie erstelle ich ein Budget?

Budget erstellen in 5 Schritten: (1) Umsatzbudget (Bottom-Up nach Kunden/Produkten), (2) Kostenbudget (Personal, Material, Betrieb), (3) Investitionsbudget (CAPEX), (4) GuV konsolidieren, (5) Szenarien erstellen (Best/Base/Worst). Zeitaufwand: 3-6 Wochen. Wichtig: Realistische Annahmen, nicht Wunschdenken.

Was ist der Unterschied zwischen Budget und Forecast?

Budget ist Zielvorgabe für das Jahr (fix, einmal erstellt), Forecast ist Prognose der erwarteten Entwicklung (wird laufend aktualisiert). Budget dient Kontrolle und Commitment, Forecast dient Erwartungsmanagement. Best Practice: Beides parallel führen – Budget als Ziel, Forecast als realistische Erwartung.

Wie lange dauert Budgetierung?

Professionelle Budgetierung dauert 6-12 Wochen. Zeitplan: September/Oktober Start, November/Dezember Durchführung, Ende Dezember Approval. Bei KMU realistisch: 3-4 Wochen Intensiv-Arbeit. Zeitaufwand: 50-80 Stunden für vollständiges Budget (abhängig von Unternehmensgröße und Komplexität).

Wann sollte ich mit Budgetierung 2026 starten?

Ideal: November 2025 starten, Mitte Dezember fertig, Ende Dezember genehmigt. Minimum: Anfang Dezember starten. Realität bei KMU: Oft Dezember/Januar (zu spät, aber häufig). Wichtig: Budget muss am 1. Januar aktiv sein für sauberes Controlling.

Was sind typische Budgetierungs-Fehler?

Top-3-Fehler: (1) Unrealistischer Umsatzplan (Wunschdenken statt Realismus), (2) Budget erstellt und vergessen (kein Controlling), (3) Keine Szenarien (nur Best Case, kein Plan B). Weitere: Copy-Paste Vorjahr, Budgetpolster, keine Integration mit Cashflow, zu detailliert, Top-Down-Diktatur.

Welche Software brauche ich für Budgetierung?

Für Einstieg reicht Excel (flexibel, kostenlos). Ab 20 Mio. EUR Umsatz: Jedox, Board oder LucaNet (15.000-60.000 EUR/Jahr) – integrierte Planung + Reporting. Für Startups: Google Sheets (kostenlos, kollaborativ) oder Causal (modern, szenario-basiert). Entscheidung abhängig von: Unternehmensgröße, Komplexität, Budget.

Was ist Beyond Budgeting?

Beyond Budgeting verzichtet auf starre Jahresbudgets und arbeitet stattdessen mit Rolling Forecasts (quartalsweise aktualisiert, immer 12-18 Monate Horizont) und relativen Zielen (z.B. Marktanteil steigern statt absolute Umsatzzahl). Vorteil: Agilität. Nachteil: Weniger Kontrolle. Passt für Tech/E-Commerce, nicht für traditionelle Branchen.

Wie detailliert sollte ein Budget sein?

80/20-Prinzip anwenden: Top-20-Kunden einzeln planen (oft 70-80% Umsatz), Rest pauschal. Kostenbudget: Große Positionen (Personal, Material) detailliert, Kleinkram (Büromaterial) pauschal. Zu detailliert (200 Kostenstellen) = Aufwand-Nutzen negativ. Zu grob (nur Gesamtumsatz) = nicht steuerbar. Faustregel: So detailliert wie nötig, so einfach wie möglich.

Brauche ich externe Hilfe für Budgetierung?

Externe Hilfe sinnvoll wenn: (1) Erste Budgetierung überhaupt (Setup), (2) CFO fehlt/überlastet, (3) Budget für Bank/Investoren (muss professionell sein), (4) Excel-Chaos aufräumen, (5) Schnelles Wachstum (Skalierung). Interim CFO kostet 30.000-60.000 EUR für Setup (3-4 Monate). ROI: Professionelle Prozesse, Know-how-Transfer, vermeidet teure Fehler.


Ihr Weg zum erfolgreichen Budget 2026

Budgetierung ist kein Selbstzweck – es ist Ihr wichtigstes Steuerungsinstrument für 2026.

Ihre nächsten Schritte

Sie haben noch kein Budget:

[OK] Diese Woche: 3-Wochen-Plan starten
[OK] Tag 1-2: Ist-Analyse und Ziele definieren
[OK] Tag 3-5: Umsatzbudget Bottom-Up
[OK] Nächste 3 Wochen: Komplettes Budget aufbauen
[OK] Bei Bedarf: Externe Hilfe (Interim CFO) holen

Sie haben Excel-Chaos:

[OK] Diese Woche: Templates standardisieren
[OK] Monat 1-2: Prozesse definieren und dokumentieren
[OK] Monat 2-3: Team schulen
[OK] Optional: Software evaluieren

Sie wollen professionalisieren:

[OK] Q1 2026: Rolling Forecast implementieren
[OK] Q2 2026: Budgetierungs-Software evaluieren
[OK] Q3/Q4 2026: Software-Implementierung


Kostenloser Budgetierungs-Quick-Check

Vector Partners bietet kostenlosen 60-Minuten Budgeting-Quick-Check:

Was Sie erhalten:
[OK] Bewertung Ihres aktuellen Budgetierungsprozesses
[OK] Gap-Analyse (Was fehlt?)
[OK] Empfehlungen für Verbesserung
[OK] Tool-Vorschläge (Excel vs. Software)
[OK] Kostenschätzung bei externem Support
[OK] Unverbindlich

Typische Fragen, die wir klären:
– Ist unser Budget realistisch?
– Brauchen wir externe Unterstützung?
– Welche Software passt zu uns?
– Wie lange dauert professionelles Setup?
– Was kostet ein Interim CFO für Budgetierung?


Budgetierung ist Pflicht, kein “Nice-to-have”

Die Wahrheit über Budgetierung:
– 73% der CFOs sagen: Budget ist wichtigstes Planungstool
– Unternehmen mit Budget haben 31% höhere Profitabilität
– 85% der Banken verlangen Budget für Kredite
– 2,4x höheres Insolvenzrisiko ohne Budget

Ein Budget kostet 50-80 Stunden Aufwand, kann aber Millionen-Fehler verhindern.

2026 ohne Budget zu starten ist wie ein Roadtrip ohne Karte – vielleicht kommen Sie an, aber wahrscheinlich verfahren Sie sich.


Über Vector Partners

Vector Partners unterstützt mittelständische Unternehmen bei Budgetierung und Finanzplanung mit erfahrenen Interim CFOs.

Unsere Budgeting-Services:
– Budget-Setup und Durchführung
– Budget 2026 Erstellung (3-Wochen-Intensiv)
– Budget-Controlling-Implementierung
– Tool-Evaluierung und Software-Auswahl
– CFO-as-a-Service (laufende Begleitung)
– Team-Coaching und Prozess-Dokumentation

Sie wollen 2026 professionell budgetieren? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Gespräch.