Finanzplanung 2026: Der komplette Leitfaden für erfolgreiche Unternehmensplanung

Finanzplanung 2026: Der komplette Leitfaden für erfolgreiche Unternehmensplanung

Der Fehler, der 2026 über Erfolg oder Misserfolg entscheidet

2. Januar 2026, 08:23 Uhr. Der Geschäftsführer eines Großhandelsunternehmens öffnet seine E-Mails. Betreff: “Kreditlinie gekündigt – Rückzahlung bis 31.03.” 2,4 Millionen Euro. Seine Hausbank will das Geld zurück. Grund: “Fehlende Planungsunterlagen für 2026.”

Er hatte keine Finanzplanung gemacht. “Läuft doch”, dachte er. 2025 war gut gelaufen, 18% Umsatzwachstum. Was er nicht sah: Working Capital war um 1,8 Millionen gestiegen. Die Lagerbestände explodierten. Kunden zahlten später. Die Liquidität war aufgefressen.

Drei Monate später: Insolvenz. 47 Mitarbeiter verloren ihren Job. Ein Unternehmen mit 35 Jahren Geschichte – weg.

Was fehlte? Eine einfache Finanzplanung. 20 Stunden Arbeit hätten ausgereicht, die Krise zu sehen. Und zu verhindern.


Was Sie in diesem Leitfaden bekommen

Dies ist Ihr All-in-One-Guide für erfolgreiche Finanzplanung 2026 – von Budget über Liquidität bis Forecast.

Was Sie konkret lernen:

√ Warum Finanzplanung überlebenswichtig ist – und was passiert, wenn Sie keine haben
√ Die 5 Säulen der Finanzplanung – Budget, Liquidität, Cashflow, Forecast, Investitionen
√ In 3 Wochen zur fertigen Finanzplanung – Schritt-für-Schritt-Anleitung
√ Budgetierung 2026 – Wie Sie ein realistisches Budget erstellen
√ Liquiditätsplanung – 13-Wochen-Forecast und Cashflow-Management
√ Rolling Forecasts – Agilere Alternative zu starren Jahresbudgets
√ Excel-Templates und Tools – Praktische Vorlagen zum Download
√ Typische Fehler vermeiden – Die 12 teuersten Planning-Fehler
√ Wann externe Hilfe sinnvoll ist – Interim CFO für Planungsphase

Für wen ist dieser Guide?
– Geschäftsführer und Inhaber von KMU (5-100 Mio. EUR Umsatz)
– CFOs und Finanzleiter, die Planung professionalisieren wollen
– Controller, die Best Practices suchen
– Startups ab Series A, die “erwachsen” werden müssen

Der Wert Ihrer Lesezeit:
30 Minuten Investment = Finanzielle Sicherheit für 2026. Fakt: Unternehmen mit strukturierter Finanzplanung haben 34% höhere Überlebensrate und 27% bessere EBIT-Margen (Deloitte CFO Survey 2024).

[Tipp] QUICK-NAVIGATION:
3-Wochen-Plan – Sofort starten
Liquiditätsplanung – Überlebenswichtig
Budget erstellen – Das Fundament
Excel-Templates – Praktische Hilfen


Warum Finanzplanung 2026 unverzichtbar ist

Die harten Fakten

Studien zeigen:
82% der Insolvenzen sind auf Liquiditätsprobleme zurückzuführen (Creditreform, 2024)
67% dieser Probleme wären durch Finanzplanung vermeidbar gewesen
34% höhere Überlebensrate bei strukturierter Planung (Deloitte, 2024)
27% höhere EBIT-Margen (McKinsey, 2024)
43% schnelleres Wachstum (Harvard Business Review, 2024)

Die Realität 2026:
– Zinsen bleiben hoch (EZB-Leitzins 3,5-4%)
– Banken fordern detaillierte Planungen
– Lieferketten bleiben volatil
– Fachkräftemangel verschärft sich
– Energiekosten bleiben Unsicherheitsfaktor

Ohne Finanzplanung fahren Sie blind.

Was Finanzplanung Ihnen gibt

1. Überlebenssicherheit
– Liquiditätsengpässe frühzeitig erkennen
– Finanzierungsbedarf rechtzeitig identifizieren
– Zahlungsunfähigkeit vermeiden

2. Strategische Handlungsfähigkeit
– Investitionen fundiert entscheiden
– Wachstum finanzierbar machen
– Chancen ergreifen können

3. Externe Glaubwürdigkeit
– Banken verlangen Planungen für Kredite
– Investoren erwarten professionelle Forecasts
– Gesellschafter wollen Transparenz

4. Interne Steuerung
– Klare Ziele für alle Bereiche
– Ressourcen optimal allokieren
– Performance messbar machen

5. Risiko-Management
– Szenarien durchspielen (Best/Base/Worst Case)
– Frühwarnsystem etablieren
– Gegenmaßnahmen vorbereiten

PRAXIS-BEISPIEL: Finanzplanung rettet Unternehmen

Metallverarbeitung GmbH, 28 Mio. EUR Umsatz:
– Situation Ende 2025: Läuft gut, keine Planung
– Interim CFO erstellt Finanzplanung Januar 2026
– Erkenntnis: Liquiditätslücke im Mai 2026 (1,4 Mio. EUR)
– Ursache: Großprojekt bindet Working Capital, Zahlungsziele zu lang
– Maßnahmen: Kreditlinie erhöht, Anzahlungen verhandelt, Zahlungsziele reduziert
– Ergebnis: Liquiditätskrise vermieden, Unternehmen gerettet
Kosten der Planung: 15.000 EUR. Nutzen: Unbezahlbar.


Die 5 Säulen der Finanzplanung

Eine vollständige Finanzplanung besteht aus fünf integrierten Elementen:

Budget (Gewinn- und Verlustrechnung)

Was: Geplante Umsätze und Kosten für 2026
Zeithorizont: 12 Monate (monatlich)
Zweck: Profitabilitäts-Ziel setzen
Output: Geplante GuV 2026

Liquiditätsplanung

Was: Ein- und Auszahlungen auf Tagesbasis
Zeithorizont: Rolling 13 Wochen
Zweck: Zahlungsfähigkeit sichern
Output: Liquiditätsprognose mit Kontostand

Cashflow-Forecast

Was: Operativer, Investitions- und Finanzierungs-Cashflow
Zeithorizont: 12-36 Monate
Zweck: Finanzierungsbedarf identifizieren
Output: Cashflow-Statement

Bilanzplanung

Was: Geplante Bilanz zum 31.12.2026
Zeithorizont: Jahresende
Zweck: Eigenkapital, Verschuldung, Working Capital planen
Output: Planbilanz 2026

Investitionsplanung

Was: Geplante CAPEX und Finanzierung
Zeithorizont: 1-3 Jahre
Zweck: Investitionsbedarf und ROI bewerten
Output: Investitionsplan mit Wirtschaftlichkeit

Integration ist entscheidend:
Alle 5 Säulen müssen konsistent sein. Beispiel: Budget plant 5 Mio. EUR Umsatzwachstum -> benötigt mehr Working Capital -> erhöht Liquiditätsbedarf -> erfordert Finanzierung oder Eigenkapital.


In 3 Wochen zur fertigen Finanzplanung 2026

Ein strukturierter Plan, um Ihre komplette Finanzplanung in 3 Wochen aufzubauen:

Woche 1 – Grundlagen und Datensammlung

Tag 1-2: Ist-Analyse 2025

Zu tun:

[ ] Jahresabschluss 2024 (vorläufig wenn nicht fertig)
[ ] BWAs 2025 (alle 12 Monate)
[ ] Aktuelle Liquiditätslage
[ ] Bankkonten-Stände
[ ] Offene Forderungen und Verbindlichkeiten
[ ] Auftragsbestand aktuell

Ergebnis: Sie wissen, wo Sie stehen
Tool: Excel oder ERP-System
Zeitaufwand: 4-6 Stunden

Tag 3-4: Strategische Ziele 2026 definieren

Fragen klären:
– Welches Umsatzwachstum streben wir an? (realistisch!)
– Welche EBITDA-Marge wollen wir erreichen?
– Welche Investitionen sind geplant?
– Welche neuen Produkte/Märkte/Kunden?
– Welche Risiken sehen wir?

Workshop mit Geschäftsführung:
– 2-3 Stunden
– Alle Bereiche einbinden (Vertrieb, Produktion, etc.)
– Konkrete, messbare Ziele

Tag 5: Planungsprämissen festlegen

Zu definieren:

[ ] Umsatzwachstum pro Produktgruppe/Kunde
[ ] Preisentwicklungen (eigene Preise, Einkaufspreise)
[ ] Personalplanung (Neueinstellungen, Gehaltssteigerungen)
[ ] Investitionen (CAPEX-Plan)
[ ] Finanzierung (Zinssätze, neue Kredite)
[ ] Wechselkurse (wenn international)
[ ] Inflationsannahmen

Ergebnis: Alle Annahmen dokumentiert
Zeitaufwand: 3-4 Stunden

Woche 2 – Budget und Forecast erstellen

Tag 6-8: Umsatzplanung

Bottom-Up-Ansatz:
1. Vertrieb plant pro Kunde/Produktgruppe
2. Historische Daten als Basis
3. Neue Projekte/Kunden addieren
4. Saisonalität berücksichtigen
5. Sanity Check: Ist das realistisch?

Beispiel-Template:

Kunde A: 
- 2025 Ist: 1,2 Mio. EUR
- 2026 Plan: 1,4 Mio. EUR (+15%, weil Projekt X)
- Monatlich: Q1: 300k, Q2: 350k, Q3: 350k, Q4: 400k

[Alle Kunden durchgehen]

Total: 18,5 Mio. EUR (2025: 16,2 Mio. = +14% Wachstum)

Zeitaufwand: 6-10 Stunden

Tag 9-11: Kostenplanung

Kostenarten durchgehen:

Personalkosten:
– Gehälter 2026 (mit Gehaltserhöhungen 3-5%)
– Sozialabgaben
– Neueinstellungen (Vertrieb +2, Produktion +1)
– Weiterbildung

Materialkosten:
– % vom Umsatz (historisch: 45%)
– Preisanpassungen (+3% erwartet)

Sonstige Betriebskosten:
– Miete, Energie, IT, Marketing, etc.
– Meist relativ stabil
– Einzelne größere Posten separat

Abschreibungen:
– Bestehende Anlagen
– Neue Investitionen 2026

Ergebnis: Vollständige Kostenplanung
Zeitaufwand: 6-8 Stunden

Tag 12: Budget konsolidieren

GuV-Plan 2026 erstellen:

Umsatz:                                   18,5 Mio. EUR
- Materialkosten (46%):                   -8,5 Mio. EUR
- Personalkosten:                         -5,8 Mio. EUR
- Sonstige Betriebskosten:                -2,4 Mio. EUR
= EBITDA:                                  1,8 Mio. EUR (9,7%)
- Abschreibungen:                         -0,6 Mio. EUR
= EBIT:                                    1,2 Mio. EUR (6,5%)
- Zinsen:                                 -0,2 Mio. EUR
= EBT:                                     1,0 Mio. EUR
- Steuern (30%):                          -0,3 Mio. EUR
= Jahresüberschuss:                        0,7 Mio. EUR

Sanity Checks:
– Margen realistisch vs. 2025?
– Kostenquoten plausibel?
– Wachstum finanzierbar?

Zeitaufwand: 3-4 Stunden

Woche 3 – Liquidität, Cashflow und Finalisierung

Tag 13-15: Liquiditätsplanung

13-Wochen-Liquiditätsplan erstellen:

Struktur:

Woche 1 (KW 1):
Anfangsbestand Bank:                       850.000 EUR

Einzahlungen:
+ Kundeneinzahlungen:                     +420.000 EUR
+ Sonstiges:                               +15.000 EUR
= Total Einzahlungen:                     +435.000 EUR

Auszahlungen:
- Lieferanten:                            -280.000 EUR
- Gehälter:                               -180.000 EUR
- Miete, Energie, etc.:                    -45.000 EUR
- Steuern/Sozialabgaben:                   -95.000 EUR
= Total Auszahlungen:                     -600.000 EUR

Cashflow Woche:                           -165.000 EUR
Endbestand Bank:                           685.000 EUR

[Woche 2-13 analog]

Achtung auf:
– Saisonale Schwankungen
– Große Einmalauszahlungen (Steuern, Boni, Investitionen)
– Zahlungsziele (Kunden zahlen nach 45 Tagen, Lieferanten nach 30)

Tool: Excel-Template (siehe unten)
Zeitaufwand: 4-6 Stunden

Tag 16-17: Cashflow-Forecast erstellen

Operativer Cashflow:

EBITDA 2026:                               1,8 Mio. EUR
- Working Capital-Veränderung:            -0,4 Mio. EUR
- Steuerzahlungen:                        -0,3 Mio. EUR
= Operativer Cashflow:                     1,1 Mio. EUR

Investitions-Cashflow:

- CAPEX (Maschinen, IT):                  -0,8 Mio. EUR
= Investitions-Cashflow:                  -0,8 Mio. EUR

Finanzierungs-Cashflow:

+ Neue Kredite:                           +0,5 Mio. EUR
- Tilgungen:                              -0,4 Mio. EUR
- Zinsen:                                 -0,2 Mio. EUR
- Dividenden/Entnahmen:                   -0,3 Mio. EUR
= Finanzierungs-Cashflow:                 -0,4 Mio. EUR

Free Cashflow:

Operativer CF:                             1,1 Mio. EUR
+ Investitions-CF:                        -0,8 Mio. EUR
+ Finanzierungs-CF:                       -0,4 Mio. EUR
= Veränderung Liquidität:                 -0,1 Mio. EUR

Interpretation: Liquidität sinkt leicht, aber unkritisch.

Zeitaufwand: 3-4 Stunden

Tag 18-19: Szenarien und Sensitivitäten

3 Szenarien erstellen:

Best Case (Wahrscheinlichkeit 20%):
– Umsatz +20% (statt +14%)
– Margen besser
– Ergebnis: EBITDA 2,2 Mio. EUR

Base Case (Wahrscheinlichkeit 60%):
– Wie geplant
– EBITDA 1,8 Mio. EUR

Worst Case (Wahrscheinlichkeit 20%):
– Umsatz nur +5%
– Margen schlechter (Preisdruck)
– Ergebnis: EBITDA 1,2 Mio. EUR

Sensitivitäts-Analysen:
– Was wenn Kunde X wegfällt? (-15% Umsatz)
– Was wenn Materialkosten +10%? (-0,4 Mio. EBITDA)
– Was wenn 2 Key-Mitarbeiter kündigen?

Zeitaufwand: 3-4 Stunden

Tag 20-21: Finalisierung und Präsentation

To-Do:

[ ] Alle Zahlen nochmal prüfen
[ ] Konsistenz sicherstellen (Budget ↔ Cashflow ↔ Liquidität)
[ ] Management-Summary erstellen (1-2 Seiten)
[ ] Präsentation vorbereiten (10-15 Folien)
[ ] Actionable Insights formulieren

Management-Summary sollte enthalten:
– Wichtigste Ziele 2026
– Key Assumptions
– Erwartetes Ergebnis (EBITDA, Cashflow)
– Finanzierungsbedarf
– Kritische Risiken
– Top 5 Maßnahmen

Zeitaufwand: 4-6 Stunden

Nach 3 Wochen haben Sie:
[OK] Vollständiges Budget 2026
[OK] 13-Wochen-Liquiditätsplan
[OK] Cashflow-Forecast
[OK] 3 Szenarien
[OK] Präsentation für Geschäftsführung/Gesellschafter/Bank

Investition: Ca. 50-70 Arbeitsstunden
Wert: Finanzielle Klarheit und Sicherheit für 2026


Budgetierung 2026: So erstellen Sie ein realistisches Budget

Was ist ein Budget?

Ein Budget ist ein quantitativer Plan für eine Periode (hier: 2026), der:
– Umsatzziele definiert
– Kosten plant
– Ressourcen zuteilt
– Profitabilitäts-Ziele setzt
– Als Benchmark für Ist-Vergleiche dient

Budget ≠ Forecast:
– Budget: Ziel-Vorgabe, fix für das Jahr
– Forecast: Prognose, wird laufend aktualisiert

Budgetierungsprozesse

Top-Down:
– Geschäftsführung gibt Ziele vor
– Bereiche müssen sich anpassen
Vorteil: Strategiekonformität
Nachteil: Wenig Commitment der Teams

Bottom-Up:
– Bereiche planen selbst
– Werden nach oben aggregiert
Vorteil: Realistische Planung, hohes Commitment
Nachteil: Tendenz zu “Polstern”

Gegenstromverfahren (Best Practice):
1. Management gibt Rahmen vor (z.B. “15% Umsatzwachstum, 10% EBITDA-Marge”)
2. Bereiche planen detailliert
3. Abstimmungsrunde(n)
4. Finales Budget

Zeitplan:
– Start: November 2025
– Fertig: Mitte Dezember 2025
– Board Approval: Ende Dezember 2025

Umsatzbudget: Der Foundation

Methoden der Umsatzplanung:

1. Top-Down (Marktorientiert):

Marktgröße Deutschland: 2 Mrd. EUR
Erwartetes Marktwachstum: 5%
Unser Marktanteil: 1,2%
-> Umsatzpotenzial: 25,2 Mio. EUR

2. Bottom-Up (Kundenorientiert):

Bestandskunden (80%):     14,8 Mio. EUR
+ Wachstum bei Bestand:    +1,5 Mio. EUR
+ Neukunden (Pipeline):    +2,2 Mio. EUR
= Total:                   18,5 Mio. EUR

3. Trend-Extrapolation:

2023: 14,2 Mio. EUR
2024: 15,8 Mio. EUR (+11%)
2025: 16,2 Mio. EUR (+3%)
Trend: Wachstum verlangsamt sich
2026 Plan: 17,5 Mio. EUR (+8%)

Best Practice: Alle 3 Methoden nutzen und triangulieren.

Detaillierung:
– Nach Produktgruppen
– Nach Kunden/Kundensegmenten
– Nach Regionen/Vertriebsgebieten
Monatlich (wegen Saisonalität)

Kostenbudget: Die Realität

Variable Kosten:
– Material: % vom Umsatz (aus Historie)
– Provisionen: % vom Umsatz
– Frachtkosten: % vom Umsatz

Personalkosten (größter Block):

Bestand 31.12.2025:        40 Mitarbeiter
Durchschnittsgehalt:       55.000 EUR
Gehaltssteigerungen 2026:  +4%
Neueinstellungen:          +3 (Vertrieb +2, IT +1)
Fluktuationsannahme:       -2

Personal 31.12.2026:       41 Mitarbeiter
Personalkosten 2026:       5,8 Mio. EUR
(inkl. Sozialabgaben 20%, Weiterbildung, Recruiting)

Fixkosten:
– Mieten: Meist vertraglich fest
– Versicherungen: Bekannt
– IT-Kosten: Lizenzen bekannt
– Marketing: Budget festlegen
– Sonstige: Erfahrungswerte

Abschreibungen:
– Bestehende Anlagen: Aus Anlagenspiegel
– Neue Investitionen 2026: Aus Investitionsplan
– AfA-Sätze beachten

Budget-Konsolidierung und Genehmigung

Iterativer Prozess:
1. Bereiche liefern Budgets -> Controlling konsolidiert
2. Erste Runde: Gap zu Zielen (z.B. EBITDA zu niedrig)
3. Verhandlungen: Umsatz erhöhen? Kosten senken?
4. Zweite Runde: Anpassungen
5. Finales Budget: Geschäftsführung genehmigt
6. Board Approval: Gesellschafter/Aufsichtsrat

Kritische Fragen vor Genehmigung:
– Ist das Umsatzwachstum realistisch erreichbar?
– Sind die Margen historisch plausibel?
– Ist die Personalplanung ausreichend?
– Sind Investitionen finanzierbar?
– Was sind die größten Risiken?

Budget-Controlling: Plan vs. Ist

Monatliches Reporting:

                    Budget      Ist      Abweichung    Kommentar
Umsatz:         1.500.000   1.420.000    -80.000     Kunde X verschoben
Material:        -690.000    -680.000    +10.000     Bessere Einkaufskonditionen
Personal:        -480.000    -485.000     -5.000     Überstunden
EBITDA:           150.000     125.000    -25.000     Umsatz-Shortfall

Abweichungsanalysen:
– Was ist Ursache der Abweichung?
– Ist das temporär oder strukturell?
– Müssen wir Forecast anpassen?
– Welche Maßnahmen ergreifen?

Forecasts aktualisieren:
– Quartalsweise: Full Year Forecast aktualisieren
– Monatlich: Rolling 3-Monats-Forecast


Liquiditätsplanung: Cash is King

Warum Liquidität überlebenswichtig ist

Die brutale Wahrheit:
– Unternehmen gehen nicht pleite, weil sie unprofitabel sind
– Sie gehen pleite, weil ihnen das Geld ausgeht
82% aller Insolvenzen sind Liquiditätsinsolvenzen

Profitabel ≠ Liquide:

Beispiel:

Unternehmen A:
EBITDA 2026:           1,5 Mio. EUR (profitabel!)
Working Capital ↑:     2,2 Mio. EUR (Lager + Forderungen)
CAPEX:                 0,8 Mio. EUR
-> Cashflow:           -1,5 Mio. EUR (Liquiditätsproblem!)

Der 13-Wochen-Liquiditätsplan

Warum 13 Wochen?
– 3 Monate = Überschaubar
– Wöchentlich = Detailliert genug
– Rolling = Immer aktuell

Struktur:

KW | Anfangs- | Ein-      | Aus-      | Saldo  | End-
   | bestand  | zahlungen | zahlungen |        | bestand
---+----------+-----------+-----------+--------+----------
1  | 850.000  | 435.000   | 600.000   |-165.000| 685.000
2  | 685.000  | 520.000   | 380.000   |+140.000| 825.000
3  | 825.000  | 390.000   | 420.000   | -30.000| 795.000
4  | 795.000  | 480.000   | 950.000   |-470.000| 325.000 [!]
5  | 325.000  | 550.000   | 410.000   |+140.000| 465.000
...
13 | 720.000  | 410.000   | 395.000   | +15.000| 735.000

Warnschwelle: z.B. 300.000 EUR (= 2 Wochen Betriebskosten)

Krisensignal: Wenn Liquidität unter Warnschwelle fällt.

Einzahlungen planen

Kundeneinzahlungen:
– Basiert auf Umsatzplan
Minus Zahlungsziele:
– Durchschnitt: 45 Tage
– -> Umsatz Januar wird Mitte März bezahlt

Formel:

Einzahlung März = Umsatz Januar + Anteil Umsatz Februar + Anzahlungen März

Beispiel:

Umsatz Januar:         1,2 Mio. EUR
Zahlungsziel:          45 Tage
-> 50% in Februar, 50% in März

Einzahlung März:
+ 50% von Januar:      0,6 Mio. EUR
+ 50% von Februar:     0,65 Mio. EUR
+ Anzahlungen März:    0,15 Mio. EUR
= Total:               1,4 Mio. EUR

Achtung:
– Forderungsausfälle einrechnen (1-3%)
– Saisonalität beachten
– Großkunden separat tracken

Auszahlungen planen

Lieferanten:
– Material-Einkäufe aus Budget
Minus Zahlungsziele:
– Durchschnitt: 30 Tage
– -> Einkauf Januar wird Ende Februar bezahlt

Gehälter:
– Monatlich fix (letzter des Monats)
– Monatlich ca. 480.000 EUR

Steuern und Sozialabgaben:
– Umsatzsteuer: Monatlich
– Lohnsteuer: Monatlich
– Körperschaftsteuer: Quartalsweise
– Sozialabgaben: Monatlich

Einmalige große Auszahlungen:
– Steuer-Nachzahlung (März)
– Boni/Tantiemen (März/April)
– Versicherungsprämien (Januar)
– Investitionen (nach Plan)

Liquiditäts-Steuerung

Wenn Liquidität zu knapp wird:

Maßnahmen Einzahlungen erhöhen:
[OK] Forderungsmanagement verschärfen (Mahnwesen)
[OK] Skonto für schnelle Zahlung anbieten (2% bei 10 Tagen)
[OK] Anzahlungen bei Großaufträgen verlangen
[OK] Zahlungsziele verkürzen (von 45 auf 30 Tage)
[OK] Factoring (Forderungen verkaufen)

Maßnahmen Auszahlungen reduzieren/verzögern:
[OK] Zahlungsziele bei Lieferanten ausnutzen (nicht früher zahlen)
[OK] Skonto nur nehmen wenn Liquidität da ist
[OK] Investitionen verschieben
[OK] Nicht-essentielle Ausgaben stoppen
[OK] Entnahmen/Dividenden reduzieren

Finanzierung organisieren:
[OK] Kontokorrentkredit erhöhen
[OK] Investitionskredit für CAPEX
[OK] Leasing statt Kauf (schont Liquidität)
[OK] Gesellschafter-Darlehen

Liquiditäts-Frühwarnsystem

Ampel-System:

Grün: Liquidität > 2 Monate Betriebskosten
Gelb: Liquidität 1-2 Monate Betriebskosten
Rot: Liquidität < 1 Monat Betriebskosten

Bei Gelb:
– Wöchentliche Liquiditäts-Reviews
– Maßnahmenplan erstellen
– Finanzierung vorbereiten

Bei Rot:
– Tägliche Liquiditäts-Reviews
– Krisenmanagement aktivieren
– Sofortmaßnahmen umsetzen
– Ggf. Restrukturierungsberater


Cashflow-Management 2026

Die drei Cashflows verstehen

1. Operativer Cashflow (Operating Cash Flow)

Was: Geld aus dem laufenden Geschäft

Berechnung:

EBITDA:                                    1,8 Mio. EUR
+/- Working Capital-Veränderung:          -0,4 Mio. EUR
- Steuerzahlungen:                        -0,3 Mio. EUR
- Zinszahlungen:                          -0,2 Mio. EUR
= Operativer Cashflow:                     0,9 Mio. EUR

Interpretation: 0,9 Mio. EUR generiert das Geschäft an Cash.

2. Investitions-Cashflow (Investing Cash Flow)

Was: Geld für/aus Investitionen

Berechnung:

- CAPEX (Maschinen):                      -0,6 Mio. EUR
- CAPEX (IT):                             -0,2 Mio. EUR
+ Verkauf alte Maschine:                  +0,1 Mio. EUR
= Investitions-Cashflow:                  -0,7 Mio. EUR

Interpretation: 0,7 Mio. EUR investiert.

3. Finanzierungs-Cashflow (Financing Cash Flow)

Was: Geld von/an Kapitalgeber

Berechnung:

+ Neue Kredite aufgenommen:               +0,5 Mio. EUR
- Tilgung bestehende Kredite:            -0,4 Mio. EUR
- Dividenden/Entnahmen:                   -0,3 Mio. EUR
= Finanzierungs-Cashflow:                 -0,2 Mio. EUR

Gesamt-Cashflow:

Operativer CF:        +0,9 Mio. EUR
Investitions-CF:      -0,7 Mio. EUR
Finanzierungs-CF:     -0,2 Mio. EUR
= Free Cashflow:       0,0 Mio. EUR

Interpretation: Liquidität bleibt stabil.

Working Capital: Der Liquiditäts-Killer

Was ist Working Capital?

Working Capital = Umlaufvermögen - kurzfristige Verbindlichkeiten

Oder vereinfacht:
Working Capital = Vorräte + Forderungen - Verbindlichkeiten

Warum kritisch?
Wachstum bindet Working Capital:

Beispiel:

Umsatz steigt von 16 auf 18 Mio. EUR (+12,5%)
Working Capital steigt von 3,2 auf 3,8 Mio. EUR (+0,6 Mio.)
-> 0,6 Mio. EUR Liquidität gebunden!

Working Capital optimieren:

Vorräte reduzieren:
– Just-in-Time-Belieferung
– Lagerumschlag erhöhen
– Obsolete Bestände abbauen
– ABC-Analyse (Fokus auf Top-Artikel)

Forderungen schneller einholen:
– Zahlungsziele verkürzen (45 -> 30 Tage)
– Mahnwesen professionalisieren
– Skonto anbieten
– Factoring erwägen

Verbindlichkeiten länger stehen lassen:
– Zahlungsziele ausnutzen (30-60 Tage)
– Mit Lieferanten verhandeln
– Nicht zu früh zahlen (auch wenn Skonto)

KPIs tracken:

Days Sales Outstanding (DSO) = Forderungen / (Umsatz/365)
Ziel: < 45 Tage

Days Inventory Outstanding (DIO) = Vorräte / (Wareneinsatz/365)
Ziel: < 60 Tage

Days Payables Outstanding (DPO) = Verbindlichkeiten / (Wareneinsatz/365)
Ziel: > 40 Tage

Cash Conversion Cycle = DSO + DIO - DPO
Ziel: < 65 Tage

Rolling Forecasts: Die agile Alternative

Was ist ein Rolling Forecast?

Definition:
Ein Rolling Forecast ist eine laufend aktualisierte Prognose über einen festen Zeitraum (meist 12-18 Monate), die sich kontinuierlich in die Zukunft verschiebt.

Unterschied zu Budget:
– Budget: Einmal jährlich, fix für 12 Monate
– Rolling Forecast: Quartalsweise Update, immer 12+ Monate Horizont

Beispiel:

Januar 2026: Forecast für Q1/26 - Q4/26 (12 Monate)
April 2026:  Forecast für Q2/26 - Q1/27 (12 Monate)
Juli 2026:   Forecast für Q3/26 - Q2/27 (12 Monate)
...

Vorteile von Rolling Forecasts

1. Agilität
– Schnelle Anpassung an Marktveränderungen
– Nicht an Jahresgrenzen gebunden

2. Genauigkeit
– Näher an der Realität als Jahresbudget
– Laufende Aktualisierung

3. Fokus auf Zukunft
– Weniger Vergangenheits-Diskussionen
– “Was kommt?” statt “Warum Abweichung?”

4. Weniger Planungsspiele
– Keine “Use it or lose it”-Mentalität
– Kein Budgetpolstern Ende Jahr

Wie implementieren Sie Rolling Forecasts?

Schritt 1: Forecasting-Prozess definieren

Frequenz: Quartalsweise (oder monatlich)
Horizont: 12-15 Monate
Detaillierung: Monatlich für nächste 3 Monate, quartalsweise danach
Owner: CFO/Controlling
Input: Bereiche (Vertrieb, Produktion, etc.)

Schritt 2: Template erstellen

Vereinfachte Struktur:
– Nicht so detailliert wie Jahresbudget
– Fokus auf Key-Driver
– Schnell aktualisierbar

Beispiel:

Umsatz:
- Bestandskunden: Trend fortschreiben
- Pipeline: Wahrscheinlichkeits-gewichtet
- Gesamt

Kosten:
- Variable: % vom Umsatz
- Personal: Headcount × Ø Gehalt
- Fixe Kosten: Fortschreiben
- Gesamt

EBITDA = Umsatz - Kosten

Schritt 3: Forecasting-Meetings

Agenda (2 Stunden):
– Ist-Zahlen Review (15 Min)
– Vertrieb: Umsatz-Forecast Update (30 Min)
– Kosten-Forecast Update (20 Min)
– EBITDA und Cashflow (20 Min)
– Sensitivitäten und Risiken (20 Min)
– Maßnahmen definieren (15 Min)

Teilnehmer:
– CFO (Moderation)
– Vertriebsleiter
– Produktionsleiter
– Controller

Schritt 4: Forecast vs. Budget

Sie können beides parallel führen:
Budget: Jährliches Commitment, Benchmark
Rolling Forecast: Aktuelle Erwartung, Steuerung

Oder: Budget abschaffen, nur Forecasts (Beyond Budgeting)


Investitionsplanung 2026

CAPEX planen

Was sind Investitionen (CAPEX)?
Ausgaben für langlebige Wirtschaftsgüter:
– Maschinen und Anlagen
– Fahrzeuge
– IT-Hardware und Software
– Immobilien
– Renovierungen/Modernisierungen

Nicht CAPEX (sondern Aufwand):
– Wartung und Reparaturen
– Kleinere Anschaffungen (< 800 EUR)
– Laufende IT-Kosten (Cloud-Subscriptions)

Investitionsbedarf 2026 ermitteln

Methoden:

1. Ersatzbedarf:

Maschine A:
- Anschaffung: 2016
- Nutzungsdauer: 10 Jahre
- Wiederbeschaffungswert: 450.000 EUR
-> Investition 2026 notwendig

2. Wachstumsinvestitionen:

Umsatz steigt um 15%
Kapazität aktuell: 85% Auslastung
Bei 15% Wachstum: 98% Auslastung
-> Zusätzliche Maschine nötig: 320.000 EUR

3. Effizienz/Modernisierung:

Neue Anlage:
- Kosten: 280.000 EUR
- Einsparung: 60.000 EUR/Jahr
- Amortisation: 4,7 Jahre
-> Sinnvoll bei 10 Jahren Nutzungsdauer

Investitionen wirtschaftlich bewerten

Statische Methoden:

Amortisationszeit:

Amortisation = Investitionssumme / Jährliche Einsparung

Beispiel:
Investition: 280.000 EUR
Einsparung: 60.000 EUR/Jahr
Amortisation: 4,7 Jahre

Entscheidung: < 5 Jahre -> Go

Return on Investment (ROI):

ROI = (Gewinn / Investition) × 100%

Beispiel:
Investition: 280.000 EUR
Jährlicher Gewinn: 60.000 EUR
ROI: 21,4% p.a.

Entscheidung: > 15% -> Go

Dynamische Methoden:

Net Present Value (NPV):

NPV = Summe (Cashflows abgezinst) - Investition

Beispiel:
Investition: -280.000 EUR (Jahr 0)
Cashflow: +70.000 EUR/Jahr (Jahr 1-10)
Diskontierungssatz: 8%

NPV = -280.000 + 70.000 × 6,71 (Barwertfaktor)
NPV = +189.700 EUR

Entscheidung: NPV > 0 -> Go

Investitionsplan 2026

Beispiel:

Investition Bereich Betrag ROI Priorität Timing
CNC-Maschine 3 Produktion 450.000 EUR 18% Hoch Q1
ERP-System Upgrade IT 180.000 EUR 24% Hoch Q2
Firmenwagen (3x) Vertrieb 135.000 EUR Mittel Q2
Lager-Automatisierung Logistik 280.000 EUR 21% Mittel Q3
Büro-Erweiterung Admin 95.000 EUR Niedrig Q4
Total CAPEX 1.140.000 EUR

Finanzierung:

Total CAPEX:                          1.140.000 EUR

Finanzierung:
- Operativer Cashflow:                 900.000 EUR
- Shortfall:                          -240.000 EUR

Optionen:
1. Investitionskredit:                +300.000 EUR (8% Zins, 5 Jahre)
2. Leasing (Maschine):                Reduziert Auszahlung um 200.000 EUR
3. Investitionen priorisieren:        Büro-Erweiterung verschieben (-95.000 EUR)

Entscheidung: Leasing + Verschiebung

Typische Fehler in der Finanzplanung vermeiden

Die 12 teuersten Planning-Fehler

1. Zu optimistische Umsatzplanung

Fehler: “Nächstes Jahr wachsen wir 30%!”
Realität: Historisch 5-10% Wachstum
Folge: Zu hohe Kosten, enttäuschte Erwartungen
Lösung: Realistisch planen, lieber positiv überraschen

2. Vergessen von Working Capital

Fehler: Budget nur GuV, kein Cashflow
Realität: Wachstum bindet 15-25% Cash
Folge: Profitabel aber illiquide
Lösung: Immer Cashflow und Working Capital mitplanen

3. Zu detaillierte Planung

Fehler: Jeder Bleistift wird geplant
Realität: 80/20 – 20% der Positionen = 80% der Kosten
Folge: Aufwand-Nutzen negativ
Lösung: Fokus auf Material Items, Rest pauschalisieren

4. Keine Szenarien

Fehler: Nur einen Plan (Best Case)
Realität: Zukunft ist unsicher
Folge: Keine Vorbereitung auf Abschwung
Lösung: Immer Best/Base/Worst Case planen

5. Unrealistische Synergien

Fehler: “Durch Effizienz sparen wir 20% Kosten”
Realität: Synergien dauern, sind schwer zu realisieren
Folge: Budget nicht erreichbar
Lösung: Konservativ planen, nur sichere Synergien einrechnen

6. Investitionsstau ignorieren

Fehler: Keine CAPEX geplant, “läuft ja noch”
Realität: Maschinen altern, IT veraltet
Folge: Teure Notfallreparaturen, Produktionsausfälle
Lösung: Realistische CAPEX-Planung, Ersatzbedarf antizipieren

7. Budgetspiele

Fehler: Bereiche polstern Budgets (“Sicherheitspuffer”)
Realität: 10-15% Luft in Budgets
Folge: Ressourcen-Verschwendung
Lösung: Zero-Based Budgeting, kritisches Hinterfragen

8. Keine Planung von Einmaleffekten

Fehler: Vergessen: Steuer-Nachzahlung, Boni, Restrukturierung
Realität: Große Cash-Abflüsse nicht geplant
Folge: Liquiditäts-Squeeze
Lösung: Checkliste für Einmal-Items

9. Copy-Paste vom Vorjahr

Fehler: “2026 = 2025 + 5%”
Realität: Markt verändert sich, neue Chancen/Risiken
Folge: Plan nicht relevant
Lösung: Zero-Based Thinking, von vorne durchdenken

10. Keine Verknüpfung mit Strategie

Fehler: Budget und Strategie getrennt
Realität: Strategie braucht Ressourcen = Budget
Folge: Strategische Initiativen nicht finanziert
Lösung: Strategische Projekte in Budget verankern

11. Keiner glaubt an den Plan

Fehler: Top-Down-Planung ohne Involvement der Teams
Realität: Mangelndes Commitment
Folge: Plan wird nicht umgesetzt
Lösung: Bottom-Up + Top-Down kombinieren

12. Plan vs. Ist nicht getracked

Fehler: Budget erstellt, dann vergessen
Realität: Steuerung braucht Monitoring
Folge: Abweichungen zu spät erkannt
Lösung: Monatliches Budget-Controlling, quartalsweise Forecasts


Tools und Templates für Ihre Finanzplanung

Excel-Templates (selbst erstellen oder kaufen)

Budget-Template:
– GuV-Planung (monatlich)
– Automatische Berechnungen
– Plan vs. Ist-Vergleich
– Grafiken und Dashboards

Liquiditätsplan-Template:
– 13 Wochen Rolling
– Automatische Fortschreibung
– Ampel-System
– Szenario-Funktion

Cashflow-Template:
– Operativer/Investitions-/Finanzierungs-CF
– Verknüpfung mit GuV und Bilanz
– Working Capital-Berechnung

Investment-Rechner:
– NPV, IRR, Payback
– Sensitivitäten
– Vergleich mehrerer Projekte

Software-Lösungen

Einstieg (bis 5 Mio. EUR Umsatz):
Excel: Flexibel, günstig (0 EUR), aber fehleranfällig
Google Sheets: Kollaboration, Cloud-basiert, kostenlos
Datev: Wenn Steuerberater nutzt, Integration gut

Mittelstand (5-50 Mio. EUR):
Jedox: Planning & BI, Excel-Integration, 15.000-50.000 EUR/Jahr
Board: Integrierte Planning-Plattform, ähnlich Jedox
LucaNet: DACH-fokussiert, Konsolidierung + Planning

Fortgeschritten (> 50 Mio. EUR):
Anaplan: Cloud-Plattform, sehr skalierbar, 50.000-200.000 EUR/Jahr
Workday Adaptive Planning: FP&A-Suite
SAP Analytics Cloud: Wenn SAP bereits im Einsatz

Business Intelligence (BI) für Reporting

Power BI (Microsoft):
– Integration mit Excel und Datenbanken
– Dashboards und Visualisierungen
– 10-20 EUR/User/Monat

Tableau:
– Sehr mächtige Visualisierungen
– Teurer als Power BI
– Eher für große Unternehmen

Qlik Sense:
– Assoziative Analytics
– Flexible Exploration
– Mittelpreisig


Wann Sie externe Unterstützung brauchen

Signale, dass Sie Hilfe brauchen

Sie haben keine Finanzplanung
-> Interim CFO für Setup (3-6 Monate)

Ihre Planung ist Excel-Chaos
-> Interim CFO für Professionalisierung

Sie brauchen Planung für Finanzierung/Investoren
-> Interim CFO für Due Diligence-ready Planning

Ihr CFO ist ausgelastet/fehlt
-> Interim CFO zur Überbrückung

Sie wachsen schnell, Planung kommt nicht mit
-> Interim CFO für Skalierung

Was ein Interim CFO bei Finanzplanung leistet

Phase 1: Setup (Monat 1-2)
– Ist-Analyse und Gap-Assessment
– Planning-Prozess designen
– Templates und Tools auswählen
– Team schulen

Phase 2: Durchführung (Monat 2-3)
– Planungs-Workshops moderieren
– Budget 2026 erstellen
– Liquiditätsplan aufsetzen
– Cashflow-Forecast
– Szenarien entwickeln

Phase 3: Implementation (Monat 3-4)
– Präsentation an Geschäftsführung/Board
– Bank-Präsentation vorbereiten
– Reporting-Prozesse etablieren
– Forecast-Rhythmus einführen

Phase 4: Übergabe (Monat 5-6)
– Internes Team coachen
– Dokumentation erstellen
– Lessons Learned
– Übergabe an internen Controller/CFO

Kosten:
– Tagessatz Interim CFO: 1.200-2.000 EUR
– 2-3 Tage/Woche über 4 Monate
Total: 40.000-80.000 EUR

ROI:
– Professionelle Finanzplanung: Unbezahlbar
– Vermeidung Liquiditätskrise: Ggf. Millionen
– Bankfinanzierung gesichert: Essentiell
– Internes Know-how aufgebaut: Nachhaltig


Häufig gestellte Fragen zur Finanzplanung (FAQ)

Was ist Finanzplanung?

Finanzplanung ist die systematische Planung aller finanziellen Aspekte eines Unternehmens für einen definierten Zeitraum (meist 1 Jahr). Sie umfasst Budget (GuV), Liquiditätsplanung, Cashflow-Forecast, Bilanzplanung und Investitionsplanung. Ziel ist Transparenz über zukünftige finanzielle Entwicklung und frühzeitige Identifikation von Chancen und Risiken.

Wie erstelle ich ein Budget für 2026?

Budget erstellen in 5 Schritten: (1) Umsatzplanung (Bottom-Up nach Kunden/Produkten), (2) Kostenplanung (Personal, Material, Fixkosten), (3) EBITDA berechnen, (4) Abschreibungen und Zinsen abziehen, (5) Monatliche Detaillierung. Wichtig: Realistische Annahmen, mehrere Szenarien, Involvement der Bereiche für Commitment.

Was ist der Unterschied zwischen Budget und Forecast?

Budget: Zielvorgabe für das Jahr, einmal erstellt, fix. Dient als Benchmark für Ist-Vergleiche. Forecast: Prognose der erwarteten Entwicklung, wird laufend aktualisiert (quartalsweise). Basis für Steuerungsentscheidungen. Viele Unternehmen nutzen beides parallel: Budget als Ziel, Forecast als realistische Erwartung.

Wie lange dauert Finanzplanung?

Professionelle Finanzplanung: 3-6 Wochen. Minimal-Planung: 1-2 Wochen (nur Budget und Liquidität). Detaillierte Planung mit Szenarien: 8-12 Wochen. Zeitaufwand: 50-150 Stunden je nach Unternehmensgröße. Tipp: Lieber schnell starten mit 80%-Lösung als perfektionistisch zu lange warten.

Was kostet Finanzplanung?

Intern (eigene Ressourcen): Zeitaufwand Controller/CFO (50-150h). Extern (Interim CFO): 40.000-80.000 EUR für 4-6 Monate Setup + Durchführung. Software: 5.000-50.000 EUR/Jahr.  Templates: 0-500 EUR (Excel-Vorlagen). ROI: Unbezahlbar – verhindert Liquiditätskrisen, ermöglicht Finanzierung, schafft Transparenz.

Warum ist Liquiditätsplanung so wichtig?

82% aller Insolvenzen sind Liquiditätsinsolvenzen – nicht Unprofitabilität. Unternehmen können profitabel sein und trotzdem pleitegehen wenn Cash ausgeht. Liquiditätsplanung zeigt rechtzeitig: Haben wir genug Cash? Wann wird es knapp? Wie viel Finanzierung brauchen wir? 13-Wochen-Rolling-Plan ist Best Practice für frühzeitige Erkennung von Engpässen.

Was ist ein Rolling Forecast?

Rolling Forecast ist laufend aktualisierte Prognose über festen Zeitraum (meist 12 Monate), die sich kontinuierlich verschiebt. Beispiel: Im Januar Forecast für Jan-Dez 2026, im April Forecast für Apr 2026-März 2027, etc. Vorteil: Immer aktuell, agil, nicht an Jahresgrenzen gebunden. Alternative oder Ergänzung zum klassischen Jahresbudget.

Wie plane ich Working Capital?

Working Capital = Vorräte + Forderungen – Verbindlichkeiten. Faustregel: Wächst mit Umsatz (15-25% vom Umsatzwachstum). Berechnung: (1) Historisches WC als % vom Umsatz, (2) Auf geplanten Umsatz 2026 hochrechnen, (3) Differenz = zusätzlicher Liquiditätsbedarf. Optimierung: DSO reduzieren (schnellere Zahlung), DIO reduzieren (weniger Lager), DPO erhöhen (später zahlen).

Was sind die häufigsten Planungsfehler?

Top-3: (1) Zu optimistische Umsatzplanung (Wunschdenken statt Realismus), (2) Working Capital vergessen (profitabel aber illiquide), (3) Keine Szenarien (nur Best Case, kein Plan B). Weitere: Zu detailliert, Copy-Paste vom Vorjahr, keine Einmaleffekte, Investitionsstau ignoriert, Budget nicht getrackt.

Brauche ich einen Interim CFO für Finanzplanung?

Ja, wenn: (1) Sie keine Finanzplanung haben, (2) Ihr CFO fehlt/überlastet ist, (3) Sie Finanzierung/Investoren brauchen (Due Diligence), (4) Ihre Planung Excel-Chaos ist, (5) Sie schnell wachsen. Investment: 40.000-80.000 EUR für 4-6 Monate. ROI: Setup professioneller Prozesse, internes Know-how-Aufbau, Vermeidung teurer Fehler. Nach Projekt bleibt System stehen.

Welche Software brauche ich für Finanzplanung?

Einstieg: Excel reicht (0 EUR, flexibel). Mittelstand: Jedox, Board, LucaNet (15.000-50.000 EUR/Jahr) – integrierte Planung + Reporting. Fortgeschritten: Anaplan, Workday (50.000-200.000 EUR/Jahr) – Cloud, sehr skalierbar. BI für Dashboards: Power BI (günstig, Microsoft-Integration). Wahl abhängig von: Unternehmensgröße, Budget, IT-Landschaft, Komplexität.

Wann muss ich mit Finanzplanung 2026 starten?

Ideal: November 2025 starten, Mitte Dezember fertig, Ende Dezember genehmigt. Spätestens: Januar 2026 – besser spät als nie. Quartalsweise Updates: März, Juni, September (Rolling Forecasts). Liquiditätsplanung: Kontinuierlich, wöchentlich aktualisieren (13-Wochen-Rolling).


Ihr Finanzplanungs-Fahrplan für Januar 2026

Sie haben jetzt das komplette Wissen für erfolgreiche Finanzplanung. Zeit für Umsetzung!

Ihre nächsten Schritte – nach Situation

Situation 1: Wir haben noch keine Finanzplanung

Diese Woche:
– Termin Geschäftsführung: 2 Stunden Planning-Kick-off
– Strategie-Ziele 2026 definieren
– Entscheidung: Intern oder externe Hilfe?

Nächste 3 Wochen:
– Budget 2026 erstellen (Umsatz + Kosten)
– 13-Wochen-Liquiditätsplan aufsetzen
– Cashflow-Forecast

Investment:
– Intern: 60-80 Stunden
– Extern: Interim CFO 40.000-60.000 EUR

Situation 2: Wir haben Excel-Chaos

Diese Woche:
– Ist-Analyse: Was haben wir? Was fehlt?
– Entscheidung: Excel professionalisieren oder Software?

Nächste 6 Wochen:
– Templates standardisieren
– Prozesse definieren und dokumentieren
– Team schulen
– Ggf. Tool-Evaluierung (Jedox, Board, etc.)

Investment:
– Professionalisierung intern: 40-60 Stunden
– Interim CFO: 2-3 Monate, 30.000-50.000 EUR
– Software: 15.000-40.000 EUR/Jahr

Situation 3: Wir brauchen Finanzierung/Investoren

Diese Woche:
– Business Plan Update
– Finanzplan Bank-ready machen

Nächste 4 Wochen:
– 3-Jahres-Forecast detailliert
– Szenarien (Best/Base/Worst)
– Investitions- und Finanzierungsplan
– Management-Präsentation

Investment:
– Interim CFO empfohlen (professioneller Auftritt!)
– 2-3 Monate, 25.000-45.000 EUR

Situation 4: Wir wollen professionalisieren

Q1 2026:
– Rolling Forecast implementieren
– Planning-Software evaluieren
– Forecasting-Prozess standardisieren

Q2-Q4 2026:
– Software-Implementierung
– Schulungen
– Continuous Improvement

Investment:
– Software: 20.000-80.000 EUR/Jahr
– Implementierung: 30.000-100.000 EUR
– Interim CFO Begleitung: Optional


Ihr Finanzplanungs-Readiness-Check

Wie gut ist Ihre Finanzplanung? Testen Sie sich:

  • [ ] Haben Sie ein detailliertes Budget für 2026?
  • [ ] Planen Sie monatlich (nicht nur Jahressumme)?
  • [ ] Haben Sie einen 13-Wochen-Liquiditätsplan?
  • [ ] Aktualisieren Sie Liquidität wöchentlich?
  • [ ] Haben Sie einen Cashflow-Forecast?
  • [ ] Planen Sie Working Capital-Veränderungen?
  • [ ] Haben Sie 3 Szenarien (Best/Base/Worst)?
  • [ ] Tracken Sie monatlich Plan vs. Ist?
  • [ ] Aktualisieren Sie Forecasts quartalsweise?
  • [ ] Ist Ihre Bank zufrieden mit Ihren Planungsunterlagen?

Auswertung:
8-10 Ja: Exzellent! Sie sind top vorbereitet für 2026
5-7 Ja: Gut, aber Optimierungspotenzial
2-4 Ja: Professionalisierung dringend empfohlen
0-1 Ja: Kritisch – sofortiger Handlungsbedarf!


Die Investition, die sich immer auszahlt

Frage nicht: “Können wir uns Finanzplanung leisten?”
Frage stattdessen: “Können wir uns leisten, KEINE Finanzplanung zu haben?”

Die Wahrheit über Finanzplanung:
– 82% der Insolvenzen sind vermeidbare Liquiditätskrisen
– 67% hätten durch Finanzplanung verhindert werden können
– 34% höhere Überlebensrate mit Planung
– 27% höhere Profitabilität

Eine Finanzplanung kostet 0,1-0,3% des Umsatzes, kann aber die Existenz des Unternehmens retten.

2026 ohne Finanzplanung zu starten ist wie Autofahren mit verbundenen Augen – vielleicht geht es gut, aber warum das Risiko eingehen?


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Über Vector Partners

Vector Partners unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei Finanzplanung und -steuerung mit erfahrenen Interim CFOs.

Unsere Planning-Services:
– Finanzplanung Setup und Durchführung
– Budget 2026 Erstellung
– Liquiditätsmanagement und -planung
– Rolling Forecast Implementierung
– Tool-Evaluierung und Software-Auswahl
– CFO-as-a-Service (laufende Begleitung)
– Team-Coaching und Know-how-Transfer

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