Der Moment, der alles entscheidet
Ein Freitagabend, 22:37 Uhr. Der Geschäftsführer eines erfolgreichen Maschinenbauers sitzt in seinem Büro und starrt auf den Kaufvertrag. 12,5 Millionen Euro für sein Lebenswerk. Der Käufer drängt auf Unterschrift bis Montag. “Alles sieht doch gut aus”, sagt sein Anwalt. Er unterschreibt.
Drei Monate später: Die Produktion steht still. Grund: Altlasten im Betriebsgelände für 3,2 Millionen Euro Sanierungskosten. Im Kaufvertrag: keine Haftungsfreistellung. Die IT-Systeme? Nicht DSGVO-konform, Bußgeld 850.000 Euro. Zwei Großkunden? Kündigten nach Verkauf, weil Verträge nicht ordentlich übertragbar waren. Verlust: 4,9 Millionen Euro.
Was fehlte? Eine professionelle Due Diligence.
Diese Geschichte ist real. Und sie passiert täglich in Deutschland – auf beiden Seiten von M&A-Transaktionen. Käufer kaufen Risiken, die sie nicht kennen. Verkäufer lassen Millionen auf dem Tisch, weil sie Wert nicht nachweisen können.
Was Sie in diesem Guide erwartet
Dieser Leitfaden ist Ihr Kompass durch den Due Diligence-Prozess – egal ob Sie kaufen, verkaufen oder investieren.
Was Sie konkret lernen:
✅ Due Diligence-Grundlagen: Was es ist, warum es unverzichtbar ist, welche Arten es gibt
✅ Der komplette Prozess: Von Planung über Durchführung bis zum Abschluss
✅ Financial Due Diligence: Die wichtigste Säule im Detail
✅ Alle DD-Bereiche: Legal, Tax, Commercial, IT, HR, ESG
✅ Praktische Checklisten: Was Sie wirklich prüfen müssen
✅ Red Flags: Warnzeichen, die Deal-Breaker sein können
✅ Kosten & Timing: Was Due Diligence wirklich kostet und dauert
✅ Vendor DD: Warum Verkäufer selbst prüfen sollten
✅ Digitale Tools: Wie moderne Technologie DD revolutioniert
Für wen ist dieser Guide?
– Unternehmer vor Unternehmensverkauf oder -kauf
– CFOs und Finanzverantwortliche bei M&A-Projekten
– Investoren, Private Equity, Family Offices
– Berater, die DD-Prozesse begleiten
– Geschäftsführer vor Finanzierungsrunden
Der Wert Ihrer Lesezeit:
30 Minuten Investment können Ihnen Millionen-Fehler ersparen. Statistik: 47% aller gescheiterten M&A-Deals hätten durch ordentliche Due Diligence verhindert werden können (PwC M&A Study 2024).
💡 QUICK-NAVIGATION:
– Was ist Due Diligence? – Basics verstehen
– Financial DD – Das Herzstück
– DD-Checklisten – Praktische Tools
– Red Flags – Deal-Breaker erkennen
– Kosten – Budget planen
Was ist Due Diligence? Definition und Grundlagen
Due Diligence Bedeutung: Die präzise Definition
Due Diligence (deutsch: “gebotene Sorgfalt” oder “sorgfältige Prüfung”) ist die systematische Untersuchung und Bewertung eines Unternehmens vor einer Transaktion (Kauf, Verkauf, Fusion, Investment).
Erweiterte Definition:
Due Diligence ist ein strukturierter Prozess der Informationsbeschaffung, -analyse und -bewertung, bei dem alle wesentlichen wirtschaftlichen, rechtlichen, steuerlichen, operativen und strategischen Aspekte eines Zielunternehmens untersucht werden. Ziel ist es, Chancen und Risiken transparent zu machen, den Wert zu verifizieren und fundierte Entscheidungen zu ermöglichen.
Ursprung: Der Begriff stammt aus dem US-amerikanischen Wertpapierrecht (Securities Act von 1933) und bezeichnete ursprünglich die Sorgfaltspflicht von Wertpapierhändlern.
📊 PRAXIS-KONTEXT:
Typische Due Diligence bei Mittelstandstransaktion:
– Zielunternehmen: Maschinenbauer, 45 Mio. EUR Umsatz
– Kaufpreis: 32 Mio. EUR (EV = 7,1x EBITDA)
– DD-Dauer: 8 Wochen
– DD-Team: 12 Personen (Financial, Legal, Commercial, IT)
– DD-Kosten: 420.000 EUR
– Ergebnis: Kaufpreis-Reduktion um 4,2 Mio. EUR (Altlasten + Working Capital)
– ROI der DD: 1.000% (4,2 Mio. gespart für 420.000 EUR Investment)
Warum ist Due Diligence so wichtig?
Die harten Fakten:
– 47% aller M&A-Deals scheitern an unentdeckten Problemen (PwC, 2024)
– 23% Kaufpreis-Anpassung im Durchschnitt nach DD (Deloitte, 2024)
– 62% der Käufer bereuen Deals wegen unzureichender DD (BCG, 2023)
– 4,8 Mio. EUR durchschnittlicher Schaden bei fehlender DD (EY, 2024)
Die konkreten Vorteile:
Für Käufer:
1. Risiko-Transparenz: Unbekannte Risiken werden sichtbar
2. Wert-Verifizierung: Ist der Preis gerechtfertigt?
3. Verhandlungsgrundlage: Fakten für Kaufpreis-Anpassung
4. Integrations-Planung: Post-Merger-Integration vorbereiten
5. Finanzierungs-Sicherheit: Banken/Investoren verlangen DD
6. Haftungs-Schutz: Sorgfaltspflicht dokumentiert
Für Verkäufer (Vendor DD):
1. Wertsteigerung: Saubere Daten erhöhen Kaufpreis um 12-18%
2. Prozess-Beschleunigung: Verkauf 30-40% schneller
3. Verhandlungs-Stärke: Controlling the narrative
4. Problem-Behebung: Zeit, Schwachstellen vorher zu fixen
5. Käufer-Vertrauen: Transparenz schafft Glaubwürdigkeit
6. Rechts-Sicherheit: Weniger Garantie-Ansprüche später
Für Investoren:
1. Investment-Schutz: Due Diligence ist Pflicht bei jeder Investition
2. Bewertungs-Grundlage: Realistische Unternehmenswerte
3. Deal-Strukturierung: Earn-outs, Garantien richtig gestalten
4. Portfolio-Management: Risiken im Portfolio kennen
Due Diligence vs. andere Prüfungen
Aspekt Due Diligence Wirtschaftsprüfung Unternehmensberatung
Zeitpunkt Vor Transaktion Regelmäßig (Jahresabschluss) Laufend/projektbezogen
Zweck Transaktionsentscheidung Testat-Erteilung Problem-Lösung
Fokus Chancen & Risiken Ordnungsmäßigkeit Optimierung
Tiefe Sehr detailliert Stichproben-basiert Bedarfs-orientiert
Rechtlich Käufer-Schutz Gesetzliche Pflicht Optional
Dauer 4-12 Wochen Jährlich Variabel
Adressat Käufer/Investor Öffentlichkeit/Gesellschafter Management
Arten der Due Diligence: Der komplette Überblick
Due Diligence ist nicht gleich Due Diligence. Je nach Perspektive, Zweck und Fokus gibt es verschiedene Arten.
1. Financial Due Diligence (FDD)
Fokus: Finanzielle Situation, historische Performance, Qualität der Zahlen
Prüfungsgegenstand:
– Historische Finanzdaten (meist 3 Jahre)
– Qualität des Ergebnisses (EBITDA-Bereinigung)
– Working Capital-Analyse
– Cashflow-Generierung
– Bilanzqualität und versteckte Risiken
– Schuldenstand und Finanzierungsstruktur
– Finanzplanung und Forecasts
Durchführung: Wirtschaftsprüfer, M&A-Berater, Interim CFOs
Dauer: 3-6 Wochen
Kosten: 50.000-250.000 EUR (abhängig von Unternehmensgröße)
Wichtigkeit: ⭐⭐⭐⭐⭐ (Pflicht bei jeder Transaktion)
2. Legal Due Diligence (LDD)
Fokus: Rechtliche Risiken, Verträge, Compliance
Prüfungsgegenstand:
– Gesellschaftsrechtliche Struktur
– Wesentliche Verträge (Kunden, Lieferanten, Leasing)
– Immobilien und Grundstücke
– Geistiges Eigentum (IP, Patente, Marken)
– Rechtsstreitigkeiten und Risiken
– Compliance (DSGVO, Kartellrecht, etc.)
– Arbeit srecht und Betriebsvereinbarungen
Durchführung: Rechtsanwälte (spezialisierte Kanzleien)
Dauer: 3-6 Wochen
Kosten: 40.000-200.000 EUR
Wichtigkeit: ⭐⭐⭐⭐⭐ (Pflicht bei jeder Transaktion)
3. Tax Due Diligence (TDD)
Fokus: Steuerliche Risiken, Optimierungspotenziale, Strukturierung
Prüfungsgegenstand:
– Historische Steuererklärungen und -bescheide
– Latente Steuerrisiken (Betriebsprüfungen)
– Verrechnungspreise (Transfer Pricing)
– Steueroptimale Deal-Struktur (Share Deal vs. Asset Deal)
– Verlustvorträge und deren Nutzbarkeit
– Umsatzsteuer-Risiken
– Internationale Steuerplanung
Durchführung: Steuerberater, Big4
Dauer: 2-4 Wochen
Kosten: 30.000-150.000 EUR
Wichtigkeit: ⭐⭐⭐⭐☆ (Sehr wichtig, aber oft parallel zu Financial DD)
4. Commercial Due Diligence (CDD)
Fokus: Markt, Wettbewerb, Kunden, Wachstumspotenzial
Prüfungsgegenstand:
– Marktanalyse und -entwicklung
– Wettbewerbsposition
– Kundenbasis (Konzentration, Qualität, Retention)
– Produktportfolio und Pipeline
– Sales & Marketing-Strategie
– Pricing Power
– Wachstumspotenziale und Synergien
Durchführung: Strategieberatungen, M&A-Berater
Dauer: 4-8 Wochen
Kosten: 60.000-300.000 EUR
Wichtigkeit: ⭐⭐⭐⭐☆ (Wichtig für strategische Käufer und PE)
5. Operational Due Diligence (ODD)
Fokus: Betriebliche Prozesse, Effizienz, Qualität
Prüfungsgegenstand:
– Produktionsprozesse und Kapazitäten
– Supply Chain und Lieferanten
– Qualitätsmanagement
– IT-Systeme und Infrastruktur
– Organisation und Prozesse
– Effizienz und Produktivität
– Investitionsstau
Durchführung: Operations-Berater, Interim Manager
Dauer: 3-6 Wochen
Kosten: 40.000-200.000 EUR
Wichtigkeit: ⭐⭐⭐☆☆ (Wichtig bei Industrie/Produktion)
6. IT Due Diligence
Fokus: IT-Systeme, Cybersecurity, Digitalisierung
Prüfungsgegenstand:
– IT-Architektur und Systemlandschaft
– Cybersecurity und Datenschutz (DSGVO)
– IT-Kosten und Effizienz
– Digitalisierungsgrad
– IT-Investitionsbedarf
– Software-Lizenzen
– Cloud vs. On-Premise
Durchführung: IT-Berater, Cybersecurity-Experten
Dauer: 2-4 Wochen
Kosten: 30.000-120.000 EUR
Wichtigkeit: ⭐⭐⭐⭐☆ (Zunehmend kritisch, besonders nach Cyberangriffen)
7. HR Due Diligence
Fokus: Personal, Talente, Organisationsstruktur
Prüfungsgegenstand:
– Personalstruktur und Schlüsselpersonen
– Vergütungsstrukturen und Pensionsverpflichtungen
– Arbeitsverträge und Betriebsvereinbarungen
– Talent Retention-Risiken
– Unternehmenskultur und Mitarbeiterzufriedenheit
– HR-Kosten und Produktivität
– Change-Readiness
Durchführung: HR-Berater, Interim HR-Manager
Dauer: 2-3 Wochen
Kosten: 20.000-80.000 EUR
Wichtigkeit: ⭐⭐⭐☆☆ (Wichtig bei wissensintensiven Unternehmen)
8. ESG Due Diligence
Fokus: Nachhaltigkeit, Umwelt, soziale Verantwortung, Governance
Prüfungsgegenstand:
– Environmental: CO2-Fußabdruck, Altlasten, Umweltauflagen
– Social: Arbeitsbedingungen, Diversity, Lieferketten-Compliance
– Governance: Corporate Governance, Compliance, Ethik
Durchführung: ESG-Berater, spezialisierte Consultants
Dauer: 2-4 Wochen
Kosten: 25.000-100.000 EUR
Wichtigkeit: ⭐⭐⭐⭐☆ (Stark zunehmend, Pflicht für regulierte Investoren)
9. Weitere spezialisierte Due Diligence-Arten
Insurance DD: Versicherungs-Deckung und -Risiken
Real Estate DD: Immobilienbewertung
IP DD: Geistiges Eigentum detailliert
Regulatory DD: Regulatorische Risiken (z.B. Pharma, Finanzsektor)
Cultural DD: Unternehmenskultur und Fit
Digital DD: Digitale Assets, E-Commerce, Data
Der Due Diligence-Prozess: Von der Planung bis zum Abschluss
Ein strukturierter DD-Prozess ist entscheidend für den Erfolg. Hier der bewährte Ablauf:
Phase 1: Vorbereitung und Planung (1-2 Wochen)
Schritt 1: DD-Strategie definieren
Fragen klären:
– Welche DD-Bereiche sind kritisch? (Financial, Legal sind Pflicht)
– Welche Deal-Breaker wollen wir identifizieren?
– Welches Budget steht zur Verfügung?
– Welcher Zeitrahmen ist realistisch?
– Wer führt DD durch? (Inhouse vs. externe Berater)
DD-Umfang festlegen:
Typischer DD-Umfang bei Mittelstandstransaktion (20-100 Mio. EUR):
✓ Financial DD (Pflicht)
✓ Legal DD (Pflicht)
✓ Tax DD (Pflicht)
✓ Commercial DD (wenn strategisch relevant)
✓ IT DD (wenn IT-intensiv oder Cybersecurity-Risiko)
✓ Operational DD (bei Produktion/Operations-Fokus)
✓ HR DD (bei wissensintensiven Unternehmen)
✓ ESG DD (wenn Investor ESG-reguliert)
Schritt 2: DD-Team zusammenstellen
Typische Team-Zusammensetzung:
– Projektleiter: Erfahrener M&A-Manager oder Interim CFO
– Financial DD: Wirtschaftsprüfer, Transaction Services
– Legal DD: M&A-Anwälte
– Tax DD: Steuerberater (oft Big4)
– Commercial DD: Strategieberater
– Fach-Experten: Je nach Bedarf (IT, HR, Operations)
Schritt 3: NDA (Non-Disclosure Agreement) abschließen
Vertraulichkeitsvereinbarung enthält:
– Verpflichtung zur Geheimhaltung
– Verwendungszweck der Informationen
– Rückgabe/Vernichtung von Unterlagen
– Strafen bei Verstößen
– Laufzeit (meist 2-5 Jahre)
Schritt 4: Information Memorandum (IM) erhalten
Das IM ist die Selbstdarstellung des Verkäufers:
– Unternehmensüberblick
– Geschäftsmodell und Strategie
– Finanzhistorie (meist 3 Jahre)
– Management-Vorstellung
– Markt und Wettbewerb
– Wachstumschancen
⚠️ WICHTIG:
Das IM ist Marketing-Material des Verkäufers. Trauen Sie keiner Zahl, die Sie nicht selbst geprüft haben!
Phase 2: Kick-off und Datenraum-Öffnung (Woche 1)
Schritt 5: Kick-off-Meeting
Agenda typisches Kick-off:
– Vorstellung aller Beteiligten
– Prozess-Zeitplan besprechen
– Datenraum-Zugang klären
– Management-Präsentation durch Zielunternehmen
– Q&A-Session
– Weitere Meetings terminieren
Schritt 6: Datenraum-Zugang
Moderne Datenräume (Virtual Data Rooms – VDR):
– Sichere Cloud-Plattform (z.B. Intralinks, Merrill DatasiteOne, Ansarada)
– Strukturierte Ablage (Index-System)
– Zugriffskontrolle (wer sieht was?)
– Activity Tracking (wer hat was gelesen?)
– Q&A-Funktionalität
Typische Datenraum-Struktur:
1. Corporate
1.1 Gesellschaftsverträge
1.2 Handelsregister
1.3 Organigramme
2. Financial
2.1 Jahresabschlüsse (3 Jahre)
2.2 BWAs und Forecasts
2.3 Budget und Planungen
2.4 Steuerliche Unterlagen
3. Legal
3.1 Verträge Kunden
3.2 Verträge Lieferanten
3.3 Immobilien
3.4 IP und Lizenzen
4. Commercial
4.1 Kundenlisten und -analysen
4.2 Produktkataloge
4.3 Marketing-Unterlagen
5. Operations
5.1 Produktionsdaten
5.2 Supply Chain
5.3 Qualität
6. HR
6.1 Org-Charts
6.2 Gehaltslisten
6.3 Arbeitsverträge Key Staff
7. IT
7.1 IT-Infrastruktur
7.2 Lizenzen
7.3 Cybersecurity
Phase 3: Informations-Beschaffung und Analyse (Woche 2-6)
Schritt 7: Dokumenten-Review
Systematisches Vorgehen:
– Index-Liste durcharbeiten
– Dokumente nach Priorität sichten
– Fehlende Dokumente über Q&A nachfordern
– Findings dokumentieren
– Red Flags markieren
Schritt 8: Management-Interviews
Typische Interview-Partner:
– Geschäftsführung
– CFO / Kaufmännischer Leiter
– Vertriebsleiter
– Produktionsleiter
– IT-Leiter
– HR-Leiter
Interview-Technik:
– Vorbereitete Fragenkataloge
– Offene Fragen stellen
– Konsistenz prüfen (Aussagen vs. Dokumente)
– Protokollierung
– Follow-up-Fragen stellen
Schritt 9: Site Visits (Vor-Ort-Besuche)
Was prüfen:
– Produktionsstätten
– Lager und Logistik
– Büros und Verwaltung
– Zustand der Anlagen
– Arbeitsatmosphäre
– “Smell Test” – stimmt das Bild?
Schritt 10: Fachspezifische Analysen
Financial DD:
– Historische Zahlen normalisieren
– Quality of Earnings-Analyse
– Working Capital-Berechnung
– Net Debt-Position ermitteln
– Forecast-Plausibilisierung
Legal DD:
– Vertrags-Review (Material Contracts)
– Rechtliche Risiken bewerten
– Compliance-Check
– Litigation-Review
Commercial DD:
– Marktanalysen
– Kundeninterviews
– Wettbewerbs-Benchmarking
– Synergien-Quantifizierung
Phase 4: Bewertung und Reporting (Woche 7-8)
Schritt 11: Findings konsolidieren
Findings kategorisieren:
– Critical Issues: Deal-Breaker
– Major Issues: Signifikante Risiken, Kaufpreis-relevant
– Minor Issues: Kleinere Punkte, zu beobachten
– Opportunities: Wertsteigerungs-Potenziale
Schritt 12: Bewertungs-Implikationen
Kaufpreis-Anpassungen ableiten:
Beispiel Kaufpreis-Brücke:
————————————
Initial Offer: 30,0 Mio. EUR
– Working Capital Adjustment: -1,8 Mio. EUR
– Debt Payoff (höher als erwartet):-1,2 Mio. EUR
– Altlasten (Umwelt): -0,8 Mio. EUR
– Earn-out (Risiko-Diskontierung): -0,5 Mio. EUR
+ Immobilien höher bewertet: +0,7 Mio. EUR
————————————
Adjusted Offer: 26,4 Mio. EUR
————————————
Kaufpreis-Reduktion: -12%
Schritt 13: DD-Report erstellen
Typischer DD-Report-Aufbau:
Executive Summary (3-5 Seiten)
– Deal-Übersicht
– Key Findings
– Empfehlung (Go / No-Go / Go mit Auflagen)
– Top-Risiken und Chancen
Detaillierte Findings (30-80 Seiten)
– Bereichsweise Darstellung (Financial, Legal, etc.)
– Pro Bereich: Findings, Risiken, Implikationen
– Anhänge: Daten, Berechnungen, Dokumente
Management Presentation (15-25 Folien)
– Für Entscheider-Präsentation
– Fokus auf Kernaussagen
– Visualisierungen und Dashboards
Phase 5: Verhandlung und Abschluss (Woche 9-12)
Schritt 14: DD-Ergebnisse in Verhandlung einbringen
Verhandlungshebel:
– Kaufpreis-Anpassung
– Garantien und Freistellungen (W&I Insurance)
– Earn-out-Strukturen
– Escrow-Accounts
– Zusicherungen verschärfen
Schritt 15: SPA (Share Purchase Agreement) finalisieren
DD-Erkenntnisse fließen ein in:
– Kaufpreis und Kaufpreis-Anpassungsmechanismen
– Garantien des Verkäufers
– Haftungsfreistellungen
– Bedingungen (Conditions Precedent)
– Closing-Mechanismen
Schritt 16: Post-Closing-Anpassungen
Final Working Capital-Berechnung
Nettofinanzverbindlichkeiten-Prüfung
Purchase Price Allocation (PPA)
Post-Closing DD (falls nötig)
Financial Due Diligence: Die Königsdisziplin
Financial Due Diligence ist das Herzstück jeder Transaktion. Sie beantwortet die Kern-Frage: Sind die Zahlen real? Ist der Preis gerechtfertigt?
Was wird in der Financial DD geprüft?
1. Quality of Earnings (QoE) – Die wichtigste Analyse
Ziel: Ist das EBITDA “sauber” oder geschönt?
Normalisierungen (typisch):
Reported EBITDA (aus Büchern): 4,5 Mio. EUR
Adjustments:
+ Einmalige Kosten (Restrukturierung): +0,3 Mio. EUR
+ Gesellschafter-Gehälter über Markt: +0,4 Mio. EUR
– Private Kosten durchgelaufen: +0,1 Mio. EUR
– Nicht-operative Erträge (Immo-Verkauf):-0,6 Mio. EUR
– Unzureichende Rückstellungen: -0,2 Mio. EUR
+ Aufwand für zukünftige Investitionen: -0,3 Mio. EUR
Normalized/Adjusted EBITDA: 4,2 Mio. EUR
Red Flags bei QoE:
– Aggressive Revenue Recognition (Umsatz zu früh gebucht)
– Unterlassene Abschreibungen
– Kapitalisierte Kosten, die Aufwand sind
– Überhöhte Lagerbestände (obsolet?)
– Zu niedrige Rückstellungen
2. Working Capital-Analyse
Definition:
Working Capital = Umlaufvermögen – kurzfristige Verbindlichkeiten
Warum kritisch?
Working Capital wird meist zum Closing übergeben und nicht im Kaufpreis berücksichtigt. Ist es zu niedrig, muss der Käufer nachfinanzieren.
Normalized Working Capital berechnen:
Durchschnitt der letzten 12 Monate:
– Saisonalitäten glätten
– Einmalige Effekte eliminieren
– Target Working Capital definieren
Beispiel:
Target Working Capital: 3,2 Mio. EUR
Working Capital at Closing: 2,6 Mio. EUR
Working Capital Shortfall: -0,6 Mio. EUR
→ Kaufpreis-Reduktion um 0,6 Mio. EUR
3. Net Debt-Position (Netto-Finanzverbindlichkeiten)
Was gehört dazu?
Finanzverbindlichkeiten:
+ Bankdarlehen 2,8 Mio. EUR
+ Leasingverbindlichkeiten (IFRS 16) 0,9 Mio. EUR
+ Gesellschafter-Darlehen 1,2 Mio. EUR
– Kassenbestand -0,4 Mio. EUR
– Bankguthaben -0,8 Mio. EUR
= Net Debt 3,7 Mio. EUR
Debt-like Items (oft übersehen):
– Pensionsrückstellungen
– Aufgeschobene Steuern
– Earn-outs aus früheren Akquisitionen
– Latente Steuern
Enterprise Value-Berechnung:
Kaufpreis (Equity Value): 30,0 Mio. EUR
+ Net Debt: +3,7 Mio. EUR
+ Debt-like Items: +1,1 Mio. EUR
– Cash-like Items: -0,2 Mio. EUR
= Enterprise Value (EV): 34,6 Mio. EUR
EV/EBITDA Multiple: 34,6 / 4,2 = 8,2x
4. Historische Performance-Analyse
3-Jahres-Rückblick:
– Umsatz-Entwicklung (CAGR)
– EBITDA-Margin-Trend
– Cashflow-Generierung
– CAPEX-Historie
– Return on Capital Employed (ROCE)
Benchmarking:
– Vergleich mit Wettbewerbern
– Vergleich mit Branchen-Durchschnitt
– Vergleich mit eigenen Erwartungen
5. Forecast-Plausibilisierung
Management-Plan kritisch hinterfragen:
Management Forecast (optimistisch):
– Umsatzwachstum 15% p.a.
– EBITDA-Marge Verbesserung auf 25%
– CAPEX nur 2% vom Umsatz
DD-Team Adjusted Forecast (realistisch):
– Umsatzwachstum 7% p.a. (Markt wächst nur 5%)
– EBITDA-Marge stabil bei 18% (keine Skaleneffekte)
– CAPEX 4% vom Umsatz (Investitionsstau aufholen)
Sensitivitätsanalysen:
– Best/Base/Worst Case
– Was wenn Kunde X verloren geht?
– Was wenn Rohmaterialkosten +20%?
6. Bilanz-Qualität
Aktiva prüfen:
– Forderungen: Sind alle einbringlich? → Wertberichtigung nötig?
– Vorräte: Obsoleszenz? → Abschreibungsbedarf?
– Anlagevermögen: Richtig bewertet? → Investitionsstau?
– Immaterielle VG: Goodwill, Kundenbeziehungen → werthalt ig?
Passiva prüfen:
– Rückstellungen: Ausreichend? → Nachstellung nötig?
– Verbindlichkeiten: Vollständig? → Hidden Liabilities?
– Eigenkapital: Solide Basis? → Überschuldungs-Risiko?
7. Steuer-Position
Latente Steuern korrekt?
Verlustvorträge nutzbar?
Steuer-Risiken aus Betriebsprüfungen?
Effektive Steuerquote realistisch?
Financial DD-Checkliste (Kurzform)
✅ Jahresabschlüsse (3-5 Jahre): Bilanz, GuV, Anhang, Lagebericht
✅ Monatliche BWAs (letzten 12-24 Monate)
✅ Budgets und Forecasts (3-5 Jahre)
✅ Kostenrechnung: Deckungsbeiträge pro Produkt/Kunde
✅ Investitions-Übersicht: CAPEX Historie und Planung
✅ Bankverträge: Alle Darlehensverträge, Covenants
✅ Steuer-Unterlagen: Steuererklärungen, Betriebsprüfungsberichte
✅ Gesellschafter-Verrechnungen: Darlehen, Verrechnungen, Privat-Entnahmen
✅ Sicherheiten: Bürgschaften, Patronatserklärungen
✅ Versicherungen: Übersicht, Deckungssummen
Die ultimative Due Diligence-Checkliste
Eine vollständige DD-Checkliste für alle Bereiche:
1. Corporate & Gesellschaftsrecht
✅ Handelsregisterauszug (aktuell)
✅ Gesellschaftsverträge / Satzungen
✅ Gesellschafterbeschlüsse (letzte 3 Jahre)
✅ Organigramm (rechtlich und operativ)
✅ Liste aller Tochtergesellschaften und Beteiligungen
✅ Geschäftsordnungen (Geschäftsführung, Aufsichtsrat)
✅ Prokuren und Vollmachten
✅ Versicherungspolicen (D&O, Haftpflicht, etc.)
2. Financial (siehe oben + Ergänzungen)
✅ Detaillierte Haupt- und Nebenbücher
✅ Debitoren- und Kreditorenlisten (inkl. Altersstruktur)
✅ Inventurlisten und Bewertungen
✅ Anlagenspiegel und Abschreibungsplan
✅ Offene Posten-Liste
✅ Bankbestätigungen (Bank Confirmations)
✅ Finanzierungsübersicht (Laufzeiten, Zinssätze, Covenants)
✅ Related Party Transactions (Geschäfte mit Gesellschaftern)
3. Commercial & Sales
✅ Top 20 Kundenliste (Umsatz, Marge, Laufzeit)
✅ Kundenverträge (alle > 100.000 EUR p.a.)
✅ Kundenkonzentration-Analyse
✅ Kundenabwanderungs-Rate (Churn)
✅ Sales Pipeline und Forecast
✅ Pricing-Strategie und -Historie
✅ Wettbewerbs-Analyse
✅ Marktanteile und -entwicklung
✅ Produkt/Service-Portfolio mit Margen
✅ Produktentwicklungs-Pipeline
4. Operations & Supply Chain
✅ Produktionsstandorte (Eigentum vs. Miete)
✅ Maschinenpark (Alter, Zustand, Auslastung)
✅ Wartungspläne und Investitionsstau
✅ Top 20 Lieferanten
✅ Lieferantenverträge (langfristige Bindungen?)
✅ Single-Source-Risiken
✅ Lagerbestände (Reichweite, Obsoleszenz)
✅ Produktionskapazitäten und Bottlenecks
✅ Qualitätskennzahlen (First Pass Yield, Reklamationsquote)
✅ Zertifizierungen (ISO, etc.)
5. IT & Digital
✅ IT-Systemlandschaft (Übersicht aller Systeme)
✅ ERP-System (welches, Version, Customization)
✅ Software-Lizenzen (Kosten, Laufzeiten)
✅ IT-Infrastruktur (Server, Cloud, Netzwerk)
✅ Cybersecurity-Assessment
✅ DSGVO-Compliance
✅ IT-Notfallpläne und Disaster Recovery
✅ IT-Kosten (Breakdown nach Kategorien)
✅ IT-Investitionsplanung
✅ Website, E-Commerce, digitale Kanäle
6. HR & Organization
✅ Personalstruktur (Anzahl, Abteilungen, Standorte)
✅ Organigramm (nominell und faktisch)
✅ Key Person-Analyse (wer ist unverzichtbar?)
✅ Arbeitsverträge Key Employees
✅ Gehaltsstrukturen und Benchmarking
✅ Pensionsverpflichtungen und Altersversorgung
✅ Betriebsrat und Betriebsvereinbarungen
✅ Fluktuation (freiwillig/unfreiwillig)
✅ Offene Stellen und Recruiting-Pipeline
✅ Weiterbildung und Entwicklung
✅ Arbeitsgerichts-Verfahren
7. Legal & Compliance
✅ Kundenverträge (Top 20)
✅ Lieferantenverträge (Top 20)
✅ Miet- und Leasingverträge
✅ IP-Portfolio (Patente, Marken, Domains)
✅ Lizenzverträge (In- und Out-Licensing)
✅ Rechtstreitigkeiten (anhängig und potentiell)
✅ Compliance-Management-System
✅ Kartellrechtliche Risiken
✅ Produkthaftung und Gewährleistungen
✅ Exportkontrolle und Zoll
8. Tax
✅ Steuererklärungen (letzte 3-5 Jahre)
✅ Steuerbescheide und Betriebsprüfungsberichte
✅ Steuer-Risiken und Rückstellungen
✅ Verrechnungspreise (Transfer Pricing-Dokumentation)
✅ Verlustvorträge (Höhe, Nutzbarkeit)
✅ Steueroptimale Deal-Struktur (Share vs. Asset)
✅ Umsatzsteuer-Voranmeldungen
✅ Lohnsteuer-Anmeldungen
9. ESG (Environment, Social, Governance)
✅ CO2-Bilanz und Klimastrategie
✅ Umweltgenehmigungen und -auflagen
✅ Altlasten (Boden, Gebäude)
✅ Energieverbrauch und -kosten
✅ Lieferketten-Compliance (Lieferkettengesetz)
✅ Diversity und Inklusion
✅ Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
✅ Corporate Governance-Struktur
✅ Compliance-Richtlinien und Whistleblowing
✅ Nachhaltigkeits-Reporting (CSRD-Pflicht?)
Red Flags: Warnzeichen, die Sie nicht ignorieren dürfen
Manche Findings sind so gravierend, dass sie einen Deal stoppen sollten – oder zumindest massive Kaufpreis-Reduktionen rechtfertigen.
🚩 Financial Red Flags
1. Sinkende Margen bei steigendem Umsatz
– Was es bedeutet: Preisverfall, steigende Kosten, schlechter Mix
– Action: Sofortige Profitabilitäts-Analyse, Kundenmargen prüfen
2. Steigendes Working Capital bei stagnierendem Umsatz
– Was es bedeutet: Forderungen steigen (Zahlungsprobleme?), Lager wächst (unverkäuflich?)
– Action: Altersstruktur Forderungen, Lagerbewertung prüfen
3. Negativ er Free Cashflow trotz positivem EBITDA
– Was es bedeutet: Geld verschwindet, Working Capital bindet Cash, versteckte CAPEX
– Action: Detaillierte Cashflow-Analyse, Working Capital-Treiber identifizieren
4. “Hockey Stick” Forecasts
– Was es bedeutet: Management plant unrealistisches Wachstum
– Action: Skepsis, konservative eigene Planung, Downside-Szenario
5. Viele einmalige/außerordentliche Posten
– Was es bedeutet: Schönrechnerei, “Adjusted EBITDA” unrealistisch
– Action: Normalisierung kritisch hinterfragen, konservativ adjustieren
6. Gesellschafter-Verrechnungen und Related Party Transactions
– Was es bedeutet: Private Kosten im Unternehmen, Gewinnverschiebung
– Action: Alle Verrechnungen aufdröseln, zu Marktkonditionen adjustieren
7. Hohe Kundenkonzentration (> 25% bei einem Kunden)
– Was es bedeutet: Klumpenrisiko, Abhängigkeit
– Action: Vertragslaufzeiten prüfen, Retention-Wahrscheinlichkeit bewerten
🚩 Legal Red Flags
1. Laufende oder drohende Rechtsstreitigkeiten
– Was es bedeutet: Haftungsrisiken, Management-Ablenkung
– Action: Anwaltliche Bewertung, Rückstellungen bilden, ggf. Escrow
2. Fehlende oder unvollständige IP-Rechte
– Was es bedeutet: Kein Schutz, Copycat-Risiko, Lizenz-Risiken
– Action: IP-Audit, Freedom to Operate-Analyse
3. Change of Control-Klauseln in wichtigen Verträgen
– Was es bedeutet: Verträge enden bei Verkauf, Kunden können kündigen
– Action: Consent-Einholung vor Closing, Verhandlungen
4. Compliance-Verstöße (DSGVO, Kartellrecht, etc.)
– Was es bedeutet: Bußgelder, Reputations-Schäden
– Action: Bewertung Exposure, Sanierungsplan, Kaufpreis-Adjustierung
5. Ungeklärte Eigentumsverhältnisse (Immobilien, Assets)
– Was es bedeutet: Was kaufe ich eigentlich?
– Action: Grundbuchprüfung, Asset-Register verifizieren
🚩 Commercial Red Flags
1. Rückläufige Marktanteile
– Was es bedeutet: Wettbewerb gewinnt, Produkt veraltet, Markt schrumpft
– Action: Wettbewerbs-Analyse, Produkt-Pipeline prüfen
2. Hohe Churn Rate (Kundenabwanderung)
– Was es bedeutet: Unzufriedene Kunden, Produkt nicht wettbewerbsfähig
– Action: Kunden-Interviews, NPS-Analyse, Churn-Gründe verstehen
3. Keine Pricing Power (Preiserhöhungen nicht möglich)
– Was es bedeutet: Commodity-Geschäft, Margendruck
– Action: Differenzierungs-Strategie bewerten, Kostenposition prüfen
4. Single Product Dependency
– Was es bedeutet: Ein Produkt = 80% Umsatz, Klumpenrisiko
– Action: Produktlebenszyklus, Substitutions-Risiken, Diversifikations-Potential
🚩 Operational Red Flags
1. Hoher Investitionsstau
– Was es bedeutet: Anlagen veraltet, CAPEX-Welle nach Closing
– Action: Technisches Gutachten, CAPEX-Plan für 3-5 Jahre
2. Single Source-Lieferanten für kritische Komponenten
– Was es bedeutet: Supply Chain-Risiko, Abhängigkeit
– Action: Alternative Sourcing evaluieren, Dual Sourcing aufbauen
3. Überalterte IT-Systeme
– Was es bedeutet: IT-Investment nötig, Cybersecurity-Risiken
– Action: IT-Due Diligence, Modernisierungs-Roadmap, Kosten schätzen
4. Geringe Produktivität / niedrige Margen vs. Wettbewerb
– Was es bedeutet: Ineffiziente Prozesse, Restrukturierungsbedarf
– Action: Benchmarking, Lean-Potential, Synergien quantifizieren
🚩 HR Red Flags
1. Abhängigkeit von Key Persons ohne Retention
– Was es bedeutet: Key Person kündigt nach Closing = Desaster
– Action: Retention-Boni, Stay-Agreements, Knowledge Transfer
2. Unfinanzierte Pensionsverpflichtungen
– Was es bedeutet: Hidden Liability, Cash-Abfluss
– Action: Aktuarielle Bewertung, Rückstellungen prüfen
3. Betriebsrat-Konflikte oder drohendes Streik-Risiko
– Was es bedeutet: Sozialplan-Kosten, Produktions-Risiken
– Action: Betriebsrat-Gespräche, Social Plan quantifizieren
4. Hohe Fluktuation bei Schlüsselpositionen
– Was es bedeutet: Unzufriedenheit, Culture-Probleme
– Action: Exit-Interviews analysieren, Culture Assessment
🚩 ESG Red Flags
1. Altlasten auf Betriebsgelände
– Was es bedeutet: Sanierungskosten, Haftung
– Action: Umwelt-Gutachten (Phase I+II), Kostenschätzung, Escrow
2. Lieferketten-Compliance-Risiken
– Was es bedeutet: Lieferkettengesetz-Verstöße, Reputations-Risiko
– Action: Supply Chain Audit, Lieferanten-Zertifizierungen prüfen
3. Hoher CO2-Footprint ohne Klimastrategie
– Was es bedeutet: Zukünftige Auflagen-Kosten, CO2-Steuer
– Action: Klimastrategie bewerten, Investitionsbedarf schätzen
Was kostet Due Diligence? Investition und ROI
Kostenübersicht nach DD-Bereichen
Typische Due Diligence-Kosten (Mittelstandstransaktion 20-100 Mio. EUR EV):
DD-Bereich Kostenrahmen Dauer Typischer Anbieter
Financial DD 50.000 – 250.000 EUR 3-6 Wochen Big4, Transaction Services
Legal DD 40.000 – 200.000 EUR 3-6 Wochen M&A-Kanzleien
Tax DD 30.000 – 150.000 EUR 2-4 Wochen Big4, Steuerkanzleien
Commercial DD 60.000 – 300.000 EUR 4-8 Wochen Strategieberatungen
IT DD 30.000 – 120.000 EUR 2-4 Wochen IT-Beratungen
Operational DD 40.000 – 200.000 EUR 3-6 Wochen Operations-Berater
HR DD 20.000 – 80.000 EUR 2-3 Wochen HR-Berater
ESG DD 25.000 – 100.000 EUR 2-4 Wochen ESG-Consultants
Datenraum (VDR) 5.000 – 20.000 EUR Setup + Laufzeit Intralinks, Ansarada, etc.
Projekt-Management 20.000 – 80.000 EUR Gesamte DD Interim CFO, M&A-Manager
Gesamt-Budget typisch:
– Minimal-DD (nur Financial + Legal): 100.000 – 300.000 EUR
– Standard-DD (Financial + Legal + Tax + Commercial): 200.000 – 600.000 EUR
– Comprehensive DD (alle Bereiche): 300.000 – 1.200.000 EUR
Kostentreiber
Was treibt DD-Kosten?
1. Unternehmensgröße: Je größer, desto mehr Daten, desto teurer
2. Komplexität: Viele Standorte, internationale Struktur, viele Produkte
3. Datenqualität: Schlechte Daten = mehr Aufwand
4. Zeitdruck: Express-DD kostet 30-50% Aufschlag
5. Anzahl Bereiche: Jeder zusätzliche DD-Bereich kostet
6. Käufer-Typ: Financial Buyers (PE) machen umfassendere DD als Strategische
ROI der Due Diligence
Wann lohnt sich DD?
Beispielrechnung:
Kaufpreis: 30 Mio. EUR
DD-Kosten: 400.000 EUR
DD-Investment in % vom Kaufpreis: 1,3%
DD-Findings führen zu:
– Kaufpreis-Reduktion: -3,2 Mio. EUR
– Vermeidung hidden Liabilities: -1,8 Mio. EUR
– Earn-out-Anpassung: -0,6 Mio. EUR
Gesamt-Nutzen: 5,6 Mio. EUR
ROI der DD: 1.400%
Faustregel: DD kostet 1-3% des Kaufpreises, kann aber 10-30% Kaufpreis-Ersparnis bringen.
Was kostet KEINE Due Diligence?
– Durchschnittlicher Schaden bei fehlender DD: 4,8 Mio. EUR (EY-Studie)
– 62% der Käufer bereuen Deals ohne ordentliche DD
– 23% der Deals scheitern an post-closing-Problemen, die DD verhindert hätte
Wer trägt die DD-Kosten?
Regel: Der Käufer trägt die Kosten seiner DD (Buy-Side DD).
Ausnahmen:
– Vendor DD: Verkäufer beauftragt und zahlt DD vor Verkaufsprozess
– Stapled DD: Verkäufer zahlt DD, stellt sie allen Bietern zur Verfügung (spart Kosten, beschleunigt Prozess)
Sparen bei DD-Kosten?
DO’s:
✅ Gute Vorbereitung (klarer Scope, fokussiertes Team)
✅ Vendor DD nutzen (wenn verfügbar und vertrauenswürdig)
✅ Inhouse-Ressourcen nutzen (eigene Experten einbinden)
✅ Fokussierte DD (nicht alle Bereiche wenn nicht nötig)
✅ Klare Prioritäten (Deep Dive nur bei kritischen Themen)
DON’Ts:
❌ An der falschen Stelle sparen (Financial + Legal sind Pflicht)
❌ Billig-Anbieter (Qualität entscheidet)
❌ Express-DD ohne Not (Fehler steigen)
❌ Keine DD bei “kleinen” Deals (auch 2 Mio. EUR können großen Ärger bringen)
Vendor Due Diligence: Warum Verkäufer selbst prüfen sollten
Vendor Due Diligence (VDD) bedeutet: Der Verkäufer beauftragt selbst eine Due Diligence, bevor er in den Verkaufsprozess geht.
Vorteile der Vendor DD
1. Wertsteigerung: 12-18% höherer Kaufpreis
Warum?
– Transparenz reduziert Risiko-Abschläge
– Saubere Daten reduzieren Käufer-Unsicherheit
– Professioneller Auftritt = höhere Wertschätzung
2. Prozess-Beschleunigung: 30-40% schneller
Wie?
– Datenraum ist vorbereitet
– Fragen sind antizipiert
– Weniger Iterations-Schleifen
3. Controlling the Narrative
Verkäufer definiert die Story
Schwachstellen werden proaktiv adressiert
Keine Überraschungen im Prozess
4. Problem-Behebung vor Verkauf
Zeit, kritische Issues zu fixen
Beispiel: DSGVO-Compliance herstellen, Altlasten sanieren
Vermeidung von Deal-Breakern
5. Breiterer Käuferkreis
Institutionelle Investoren (PE) verlangen VDD oft
Stapled VDD = attraktiv für mehr Bieter
Kompetitiver Prozess = höherer Preis
Wann macht Vendor DD Sinn?
IMMER bei:
✅ Unternehmensverkauf > 10 Mio. EUR Kaufpreis
✅ Auktionsprozess (mehrere Bieter)
✅ Wenn Sie maximalen Preis wollen
✅ Wenn Zeitdruck besteht
OPTIONAL bei:
– Familieninterne Nachfolge
– Management Buy-Out (bestehende Zahlen bekannt)
– Sehr kleine Transaktionen (< 5 Mio. EUR)
Was umfasst Vendor DD?
Typischer Scope:
– Financial DD (Pflicht)
– Legal DD (Pflicht)
– Tax DD (meist)
– Commercial DD (wenn wertrelevant)
– IT DD (wenn relevant)
Unterschied zu Buyer DD:
– Vendor DD ist positiver getönt (aber ehrlich!)
– Fokus auf Value Story
– Red Flags werden adressiert, aber konstruktiv
Vendor DD-Timing
Idealer Zeitplan:
Monat 0-1: Vorbereitung und Vendor DD
Monat 2-3: Datenraum aufsetzen, Teaser erstellen
Monat 3-4: Marketing an potenzielle Käufer
Monat 4-5: Buyer DD (basierend auf Vendor DD)
Monat 5-6: Verhandlung und Closing
Mit Vendor DD: 5-6 Monate
Ohne Vendor DD: 8-10 Monate
Kosten Vendor DD
Investment:
– Financial DD: 40.000 – 150.000 EUR
– Legal DD: 30.000 – 120.000 EUR
– Tax DD: 25.000 – 80.000 EUR
– Gesamt: 95.000 – 350.000 EUR
Return:
– Kaufpreis-Erhöhung: 12-18%
– Bei 20 Mio. EUR Kaufpreis: +2,4 bis 3,6 Mio. EUR
– ROI: 700-3.000%
💰 PRAXIS-BEISPIEL: Vendor DD zahlt sich aus
Software-Unternehmen, 18 Mio. EUR erwarteter Kaufpreis:
– Vendor DD-Kosten: 180.000 EUR
– Findings: Kunde-Konzentration höher als gedacht, DSGVO-Lücken
– Action: 2 Neukunden gewonnen (Diversifikation), DSGVO saniert
– Zeitgewinn: 6 Wochen durch vorbereiteten Datenraum
– Ergebnis: 5 Bieter statt 2, Kaufpreis 21,5 Mio. EUR statt 18 Mio. EUR
– Mehrerlös: 3,5 Mio. EUR für 180.000 EUR Investment = ROI 1.944%
Due Diligence im digitalen Zeitalter
Virtual Data Rooms (VDR)
Moderne VDR-Features:
– Sichere Cloud-Umgebung (ISO-zertifiziert, DSGVO-konform)
– Granulare Zugriffsrechte (wer sieht was?)
– Activity Tracking (wer hat was wann gelesen?)
– Q&A-Management (Fragenkatalog mit Status-Tracking)
– Redaction Tools (Schwärzung sensibler Informationen)
– Watermarking (Dokumente nachverfolgbar)
– AI-powered Search (intelligente Suche)
– Analytics Dashboard (wer ist wie aktiv?)
Führende VDR-Anbieter:
1. Intralinks (Marktführer, teuer, sehr sicher)
2. Merrill DatasiteOne (Bank of America, Premium)
3. Ansarada (modernes UI, AI-Features)
4. Datasite (Merrill Corp., etabliert)
5. Firmex (günstiger, für kleinere Deals)
6. Drooms (europäisch, DSGVO-fokussiert)
Kosten VDR:
– Setup: 2.000 – 10.000 EUR
– Laufend: 1.000 – 5.000 EUR/Monat
– User-Lizenzen: 0-500 EUR/User
– Total für 3-Monate-DD: 5.000 – 25.000 EUR
KI und Automatisierung in der DD
AI-gestützte Due Diligence-Tools:
1. Contract Analysis (Vertragsanalyse)
– Tool: Kira Systems, LawGeex, Eigen Technologies
– Funktion: Automatische Extraktion von Key Terms aus 100en Verträgen
– Nutzen: 80% Zeitersparnis, höhere Vollständigkeit
– Beispiel: Change of Control-Klauseln in 500 Verträgen in 2 Stunden statt 2 Wochen
2. Financial Data Analytics
– Tool: Alteryx, Tableau mit AI, Power BI
– Funktion: Automatische Anomalie-Erkennung, Pattern Recognition
– Nutzen: Red Flags werden automatisch geflaggt
3. NLP für Document Review
– Tool: Luminance, ROSS Intelligence
– Funktion: Natural Language Processing liest Dokumente
– Nutzen: Relevante Passagen automatisch identifiziert
4. Predictive DD
– Tool: Proprietary AI-Modelle (Big4)
– Funktion: Machine Learning sagt Risiken voraus
– Nutzen: Fokus auf wahrscheinliche Problem-Bereiche
Grenzen von AI in DD:
– AI findet, was sie kennt (neue Risiken schwer)
– Kontextverständnis limitiert
– Menschliche Expertise unersetzbar für Bewertung
– Best Practice: AI als Assistenz, Human als Entscheider
ESG und Nachhaltigkeits-DD
Warum ESG-DD wichtig wird:
– Regulierung: EU-Taxonomie, CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive)
– Investoren: ESG-Kriterien für Investments (besonders PE, Family Offices)
– Risiko: Reputations-Schäden, Stranded Assets (z.B. fossile Brennstoffe)
– Chancen: ESG-konforme Unternehmen erzielen Premium-Valuations
ESG-DD Fokusthemen:
Environmental:
– CO2-Bilanz (Scope 1, 2, 3)
– Klimastrategie und Net Zero-Commitment
– Energieeffizienz und Erneuerbare
– Altlasten und Umweltrisiken
– Kreislaufwirtschaft
Social:
– Lieferketten-Compliance (Lieferkettengesetz)
– Arbeitsbedingungen und Menschenrechte
– Diversity & Inclusion
– Community Impact
Governance:
– Corporate Governance-Struktur
– Compliance-Management-Systeme
– Whistleblowing-Mechanismen
– Anti-Korruption
ESG-Scoring:
Viele Investoren nutzen ESG-Ratings (z.B. MSCI ESG, Sustainalytics) als KO-Kriterium.
Häufig gestellte Fragen zur Due Diligence (FAQ)
Was ist Due Diligence einfach erklärt?
Due Diligence ist die sorgfältige Prüfung eines Unternehmens vor dem Kauf, Verkauf oder einer Investition. Dabei werden Finanzen, rechtliche Situation, Marktposition und Risiken systematisch untersucht, um fundierte Entscheidungen zu treffen und Überraschungen nach dem Deal zu vermeiden.
Was bedeutet Due Diligence auf Deutsch?
Due Diligence bedeutet wörtlich "gebotene Sorgfalt" oder "sorgfältige Prüfung". Es bezeichnet die Pflicht eines Käufers oder Investors, ein Zielunternehmen gründlich zu untersuchen, bevor eine Transaktion abgeschlossen wird.
Wer macht Due Diligence?
Due Diligence wird von spezialisierten Beratern durchgeführt: Wirtschaftsprüfer (Financial DD), Rechtsanwälte (Legal DD), Steuerberater (Tax DD), Strategieberater (Commercial DD) und weitere Fachexperten. Häufig koordiniert ein Interim CFO oder M&A-Manager den gesamten Prozess.
Wie lange dauert Due Diligence?
Eine Standard-Due Diligence dauert 6-12 Wochen. Financial DD: 3-6 Wochen, Legal DD: 3-6 Wochen, Tax DD: 2-4 Wochen. Bei komplexen Transaktionen oder internationalen Unternehmen kann es 3-6 Monate dauern. Express-DD ist in 2-4 Wochen möglich, aber riskanter.
Was kostet Due Diligence?
Due Diligence kostet typischerweise 1-3% des Kaufpreises. Für Mittelstandstransaktionen (20-100 Mio. EUR): 200.000 – 1.200.000 EUR. Minimal-DD (nur Financial + Legal): ab 100.000 EUR. Comprehensive DD (alle Bereiche): 300.000 – 1.200.000 EUR.
Was wird bei Financial Due Diligence geprüft?
Bei Financial DD werden geprüft: Historische Finanzdaten (3-5 Jahre), Qualität des Ergebnisses (EBITDA-Normalisierung), Working Capital, Schuldenstand, Cashflow-Generierung, Bilanzqualität, versteckte Risiken, Forecasts und deren Plausibilität. Ziel: Ist der Kaufpreis gerechtfertigt?
Wann ist Due Diligence Pflicht?
Due Diligence ist immer empfohlen bei Unternehmenskäufen, aber keine gesetzliche Pflicht. Ausnahme: Börsennotierte Unternehmen haben erweiterte Sorgfaltspflichten. Faktisch ist DD bei Fremdfinanzierung Pflicht (Banken verlangen sie). Professionelle Investoren (PE, Family Offices) machen immer DD.
Was ist der Unterschied zwischen Vendor DD und Buyer DD?
Buyer DD: Käufer beauftragt und bezahlt DD, fokussiert auf Risiken. Vendor DD: Verkäufer beauftragt DD vor Verkaufsprozess, fokussiert auf Value Story. Vendor DD beschleunigt Prozess, erhöht Kaufpreis (12-18%) und schafft Transparenz.
Kann man Due Diligence selbst machen?
Basics ja (Finanzdaten prüfen, Verträge lesen), aber professionelle DD ist empfohlen. Gründe: Expertise erforderlich (steuerliche Risiken erkennen, versteckte Liabilities finden), Haftung (Berater haften für Fehler), Zeitaufwand enorm, Tools und Erfahrung fehlen meist.
Was sind die größten Risiken ohne Due Diligence?
Top-Risiken ohne DD: Hidden Liabilities (versteckte Verbindlichkeiten), überbewertete Assets, Qualität der Earnings (EBITDA geschönt), Kundenabwanderung nach Closing, Legal Disputes (unentdeckte Rechtsrisiken), Compliance-Verstöße, Altlasten, IT-Security-Probleme. Durchschnittlicher Schaden: 4,8 Mio. EUR (EY).
Was ist Financial Due Diligence?
Financial Due Diligence ist die Prüfung der finanziellen Situation eines Unternehmens. Sie analysiert historische Finanzdaten, Qualität des Ergebnisses (Quality of Earnings), Working Capital, Verschuldung, Cashflow und Forecasts. Ziel: Wert-Verifizierung und Risiko-Identifikation.
Wie viel kostet ein Interim CFO für Due Diligence?
Ein Interim CFO für DD-Projektleitung kostet 1.200-2.000 EUR/Tag. Bei 3 Tagen/Woche über 8 Wochen: ca. 30.000-50.000 EUR. Der Interim CFO koordiniert alle DD-Berater, führt Financial DD mit durch, bereitet Management-Präsentationen vor und berät bei Verhandlungen.
Was ist eine Due Diligence-Checkliste?
Eine DD-Checkliste ist eine strukturierte Liste aller zu prüfenden Dokumente und Themen, gegliedert nach Bereichen (Financial, Legal, Commercial, etc.). Sie stellt sicher, dass nichts übersehen wird und dokumentiert den DD-Prozess. Umfang: 50-500 Punkte je nach Deal-Größe.
Wer zahlt Due Diligence?
Regel: Der Käufer zahlt seine Buy-Side DD. Ausnahmen: Bei Vendor DD zahlt der Verkäufer. Bei Stapled DD zahlt Verkäufer, aber alle Bieter profitieren. Bei gescheiterten Deals: Jede Partei trägt eigene Kosten (DD-Kosten sind "sunk costs" bei No-Deal).
Kann Due Diligence einen Deal platzen lassen?
Ja, und das ist gut so. 23% der Deals scheitern nach DD – weil gravierende Risiken entdeckt werden. Beispiele: Bilanzfälschung, Kunden-Abwanderung, Rechtsstreitigkeiten mit Existenzrisiko, technische Insolvenz. Besser der Deal platzt als post-closing-Disaster.
Ihr Weg zur erfolgreichen Due Diligence
Due Diligence ist kein bürokratischer Aufwand, sondern Ihre Lebensversicherung bei M&A-Transaktionen. Die Investition von 1-3% des Kaufpreises kann Ihnen 10-30% Kaufpreis-Ersparnis bringen – oder einen katastrophalen Fehlkauf verhindern.
Ihre nächsten Schritte
Situation 1: Sie planen einen Unternehmenskauf
✅ Budget für DD einplanen (1-3% des Kaufpreises)
✅ DD-Berater frühzeitig kontaktieren
✅ Interim CFO für DD-Koordination erwägen
✅ Finanzierung klären (Bank wird DD verlangen)
✅ Zeitplan realistisch: 6-12 Wochen DD-Phase
Situation 2: Sie planen einen Unternehmensverkauf
✅ Vendor DD beauftragen (6-9 Monate vor Verkaufsprozess)
✅ Probleme jetzt beheben (Zeit nutzen)
✅ Datenraum professionell aufsetzen
✅ Finanzielle Unterlagen ordnen
✅ Interim CFO für Transaktions-Begleitung
Situation 3: Sie sind Investor/PE
✅ DD-Prozess standardisieren
✅ Erfahrene DD-Partner aufbauen
✅ ESG-DD integrieren (wird Pflicht)
✅ Portfolio-DD für Bestandsinvestments
Situation 4: Sie brauchen DD-Unterstützung
✅ Scope definieren (welche DD-Bereiche?)
✅ Budget klären
✅ Berater vergleichen (Referenzen prüfen)
✅ Interim CFO als Projektleiter einsetzen
Due Diligence-Readiness-Check
Beantworten Sie diese 10 Fragen:
[ ] Haben Sie ein klares Budget für Due Diligence?
[ ] Ist Ihnen klar, welche DD-Bereiche Sie brauchen?
[ ] Haben Sie erfahrene DD-Berater identifiziert?
[ ] Ist Ihr Zeitplan realistisch (6-12 Wochen)?
[ ] Haben Sie einen DD-Koordinator (Interim CFO)?
[ ] Wissen Sie, was "Red Flags" sind, auf die Sie achten müssen?
[ ] Ist ein Virtual Data Room Setup geplant?
[ ] Haben Sie Zugang zu historischen Finanzdaten (3-5 Jahre)?
[ ] Ist Ihre Finanzierung geklärt (Bank/Investor verlangen DD)?
[ ] Haben Sie einen Plan B, falls DD deal-breaker findet?
Auswertung:
– 8-10 Ja: Exzellent vorbereitet!
– 5-7 Ja: Gut, aber noch Lücken
– 2-4 Ja: Vorbereitung dringend nötig
– 0-1 Ja: Hohes Risiko – professionelle Hilfe empfohlen
Über Vector Partners
Vector Partners begleitet Unternehmen bei M&A-Transaktionen mit erfahrenen Interim CFOs und Transaction-Experten. Unsere Expertise umfasst:
M&A-Services:
– Due Diligence-Projektleitung und -Koordination
– Financial Due Diligence (Durchführung)
– Vendor Due Diligence-Vorbereitung
– Unternehmensbewertung und Kaufpreis-Findung
– Transaktions-Begleitung (Sell-Side und Buy-Side)
– Post-Merger-Integration (PMI)
– Datenraum-Aufbau und -Management

